Wasserlinsen PDF
Benutzerbewertung: / 5
SchwachPerfekt 
Geschrieben von: firstlevel   

Wasserlinsen treten in der Natur oft in stehenden Gewässern oder Tümpel auf. Hier bedecken sie oftmals mehr als die gesamte Wasseroberfläche, welches zu weiteren Problemen innerhalb des Gewässers führt. (Lichtmangel, Schlammbildung, etc.)
In der Aquaristik interessieren wir uns hier ersteinmal nur mit der kleinen Wasserlinse, welche wir ihre Artverwandten auf der Wasseroberfläche treibt und mit kleinen Sprossen ins Wasser ragt. Möglich ist dieses durch kleine Hohlräume in den Sprossengliedern (Blättchen). Interessant sind die Wasserlinsen innerhalb der Aquaristik u.a. deswegen weil sie ein guter Indikator für die Wasserqualität sind, etwas das Licht dämpfen können sowie gute Möglichkeiten für Deckungen bei Jungfischen bieten.

Vorteile / Nachteile in der Aquaristik

Wasserlinsen bauen im Wasser befindliches Nitrat ab und zeigen recht schnell Eisenmangel im Becken an (werden gelblich). Oftmals werden Wasserlinsen als unnütz bezeichnet, zu dem ist es oft so das gerade Wasserlinsen sich recht schnell vermehren.
Vermehren sich die Wasserlinsen zu schnell, und bedecken mehr als 1/3 der Wasseroberfläche, kommt nicht mehr genügend Licht ins Becken. Andere Pflanzen weisen oftmals einen Mangel dann auf.
Für Garnelen und Co. bieten Wasserlinsen zusätzlich hervorragende Versteckmöglichkeiten, sowie eine zusätzliche Nahrungsquelle.

 

Vermehrung

Wasserlinsen vermehren sich ungeschlechtlich, durch Sprossung. Seitlich hervor tretende Sprossen machen sich selbstständig oder bleiben u.a. auch verbunden mit der Mutterpflanze.

 

Gattung und Arten

In dieser Unterfamilie gibt es fünf Gattungen mit etwa 37 bis 38 Arten:

  • Gattung Teichlinsen (Spirodela Schleiden): Es gibt zwei oder drei Teichlinsen-Arten:
    • Vielwurzelige Teichlinse, Vielwurzel-Teichlinse, Europa-Teichlinse (Spirodela polyrhiza (L.) Schleiden): Es ist die einzige Art der Gattung, die auch in Mitteleuropa vorkommt.
    • Spirodela intermedia Koch
Teichlinsen sind die „Riesen“ in dieser Pflanzengruppe – ihre Schwimmblätter können bis maximal einen Zentimeter Durchmesser erreichen. Anders als die Wasserlinsen weisen sie außerdem nicht nur eine, sondern mehrere (im Durchschnitt etwa acht) Wurzelfäden an jedem Sprossglied auf.
  • Gattung Zwergwasserlinsen (Wolffia Horkel ex Schleid.): Von den etwa fünf bis elf Zwergwasserlinsen-Arten:
    • Wurzellose Zwergwasserlinse, Entenlinse (Wolffia arrhiza Horkel ex C.F.H.Wimmer): Es ist die einzige Art der Gattung, die in Mitteleuropa vorkommt.
    • Wolffia borealis (Engelm. ex Hegelm.) Landolt ex Landolt & Wildi
    • Wolffia brasiliensis Weddell
    • Wolffia columbiana Karst.
    • Wolffia globosa (Roxb.) Hartog & Plas
Zwergwasserlinsen bilden das andere Extrem in dieser Pflanzengruppe – ihre kugel- bis eiförmigen, wurzellosen Sprossglieder sind nur 0,5 bis 1,5 Millimeter lang und damit (viel) kleiner als ein Stecknadelkopf. Es handelt sich bei Wolffia arrhiza um die kleinste Blütenpflanze Europas.
  • Gattung Wasserlinsen (Lemna L.): Etwa neun bis 13 Arten zählen zu den Wasserlinsen der Gattung Lemna; fünf kommen auch in Mitteleuropa vor:
    • Kleine Wasserlinse, Klein-Wasserlinse (Lemna minor L.)
    • Dreifurchige Wasserlinse, Kreuz-Wasserlinse, Tauch-Wasserlinse (Lemna trisulca L.)
    • Bucklige Wasserlinse, Buckel-Wasserlinse (Lemna gibba L.)
    • Zierliche Wasserlinse (Lemna minuta Humb., Bonpl. & Kunth) (ein amerikanischer Neophyt)
    • Rote Wasserlinse, Rot-Wasserlinse (Lemna turionifera Landolt)
Nicht in Mitteleuropa kommen u. a. folgende Lemna-Arten vor:
    • Lemna aequinoctialis Welw.
    • Lemna obscura (Austin) Daubs
    • Lemna perpusilla Torr.
    • Lemna valdiviana Phil.
Wasserlinsen weisen zwischen einem und acht Millimeter lange „Blättchen“ auf, wobei einzelne Sprossglieder als größere Schwimmverbände zusammenhängen können. Jedes Sprossglied entwickelt nur einen Wurzelfaden. Einige Arten bilden kleinere, flachere Winterformen aus, andere Winterknospen (Turionen).
  • Gattung Landoltia Les & Crawford: Mit nur einer Art, die in Europa nicht vorkommt:
    • Landoltia punctata (G.Meyer) Les & Crawford (Syn.: Spirodela punctata (G.F.W.Meyer) C.H.Thompson)
  • Gattung Wolffiella Hegelmaier: Mit mindestens drei Arten, sie fehlen in Europa.

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 04. Juni 2009 um 08:53 Uhr