Guppy

Wissenschaftlicher Name: 
Poecilia reticulata
Synonyme: 

Poecilioides reticulatus (Peters, 1859);
Lebistes reticulatus (Peters, 1859);
Haridichthys reticulatus (Peters, 1859);
Girardinus reticulatus (Peters, 1859);
Acanthophacelus reticulatus (Peters, 1859);
Poecilia reticulatus Peters, 1859;
Lebistes poeciloides De Filippi, 1861;
Lebistes poecilioides De Filippi, 1861;
Girardinus guppii Günther, 1866;
Acanthophacelus guppii (Günther, 1866);
Heterandria guppyi (Günther, 1866)

Herkunft: 
nördlich d. Amazonas, Brasilien, Trinidad, Barbados, Guyana
Größe: 
3 - 5 cm
Erreichbares Alter: 
ca. 4 Jahre
Geschlechtsunterschiede: 
Männchen kleiner und meist farbenprächtiger
Futter: 
Lebendfutter, Trockenfutter, Allesfresser
Beckenbereich: 
oben
Sozialverhalten: 
Gruppenhaltung (ab 5 Tieren)
Becken / Aquarium: 
ab 60cm
Temperaturen: 
20 - 30 °C
ph-Wert: 
6 - 8,5
Gesamthärte: 
< 30 °

Guppys gehören heute zu den beliebtesten Süßwasserzierfischen unter Aquarianern. Dabei handelt es sich um besonders schön gezeichnete Tiere, die eine wahre Augenweide im Aquarium darstellen. Ursprünglich stammen die Guppys aus Venezuela, Brasilien, Barados, Guyana und Trinidad. Sie zählen dabei zur Familie der lebendgebärenden Zahnkarpfen.  Sie erreichen ein Alter von ein bis zwei Jahren, je nach Pflege und Rasse.

Die Herkunft der Guppys

Betrachtet man sich die Guppys näher, wird schnell klar, dass die Herkunft nicht ganz einfach zu durchschauen ist. Mittlerweile gilt aber als gesichert, dass im Jahre 1857 die ersten Guppys nach Deutschland kamen. Die Lieferung der Fische ging an das zoologische Museum der königlichen Akademie der Wissenschaften. Sie stammte vom Apotheker Julius Gollmer, der die Guppys im Rio Guayre in der Nähe von Caracas fing. Beschrieben wurde die Lieferung anschließend von H. C. Peters, der sie auf den Namen poecilia reticulata taufte. Die Veröffentlichung dieser ersten Beschreibung erfolgte allerdings erst 1859 im Monatsbericht der Akademie. Problematisch war jedoch, dass Peters nur eine Art der Guppys beschrieb. Mittlerweile geht man davon aus, dass er entweder nur weibliche Guppys untersuchte oder keine Verbindung zwischen den bunteren Männchen und den blasseren Weibchen herstellen konnte.

Aber damit ist die Geschichte der Guppys noch lange nicht zu Ende. Denn zwei Jahre nach der Veröffentlichung erhielt auch das Museum von Turin eine Lieferung Guppys, diese stammten aus Barbados. Beschrieben wurden die Tiere von Fillippo de Fillipi, der den Namen lebistes poeciloides  verwendet.

Noch einmal fünf Jahre später wird von Albert C. L. Guenther eine Beschreibung angefertigt, bei der der Name girardinus guppyi verwendet wird. Die beschriebenen Fische stammten aus Trinidad und wurden an das Britische Museum von London verschickt. Gefangen wurden sie vom Geologen und Pflanzensammler Reverend John Lechmere Guppy. Dieser war dann auch der Namensgeber für die heute so beliebten Guppys.

Die richtige Haltung der Guppys

Obwohl Guppys immer wieder als Anfängerfische im weiten Feld der Aquaristik bezeichnet werden, setzt die Haltung dieser bunten Fische doch einige Bedingungen voraus. Zunächst einmal ist der Standort des Beckens entscheidend. Keinesfalls sollte das Aquarium am Fenster aufgestellt werden, da die Sonneneinstrahlung zu erhöhtem Algenwuchs führt. Algen wirken dabei nicht nur unansehnlich, sondern entziehen dem Wasser und damit auch den Guppys wertvolle Mineralstoffe. Zu beachten ist ebenfalls, dass das Aquarium mit Strom versorgt werden muss, ein Anschluss sollte sich also in unmittelbarer Nähe befinden. Ebenso muss ein stabiler Untergrund gewählt werden, am besten eignen sich Unterschränke aus dem Zoofachhandel.

Neben der Standortwahl des Aquariums ist genauso die Größe entscheidend. Wenigstens 60 x 30 x 30 Zentimeter sollten die Abmessungen betragen, größere Becken sind natürlich noch besser. Da Guppys und andere Zierfische oft zusammen gehalten werden sollen und sich auch recht schnell vermehren, würden kleinere Becken schnell zu klein werden.

Für die Ausgestaltung des Aquariums eignen sich besonders feinfiedrige Pflanzen und Schwimmpflanzen, die die Guppys sehr lieben. Denn darin können sich evtl. Jungtiere gut verstecken. Auch das Nixkraut, die Wasserpest, der Hornfarn und Mooskugeln, sowie Javamoos sind sehr gut für das Aquarium mit Zierfischen geeignet.

Bei der Wasserpflege wird für Guppys empfohlen, dass diese in mittelhartem Wasser gehalten werden. Der ph-Wert sollte leicht über 7 liegen. Die ideale Temperatur für diese Zierfische liegt bei 25 Grad Celsius. Wichtig sind verschiedene Bakterien im Wasser, deshalb sollte das Aquarium zunächst vollständig eingerichtet werden, allerdings ohne Fische. Nachdem es sechs Wochen lang gelaufen ist, haben sich die ersten wichtigen Bakterien gebildet und die Fische können hinein gesetzt werden.

Guppys – Eigenschaften und Aussehen

Die Guppys gehören zu den Zierfischen, bei denen sich die unterschiedlichen Geschlechter recht einfach bestimmen lassen. Die Weibchen zeigen über der Afterflosse den berühmten Trächtigkeitsfleck, beim Männchen sieht man recht früh das so genannte Gonopodium. Dieses zeigt sich im mittleren Strahl der Afterflossen.

Bei den Grundfarben ist es jedoch schon schwieriger, sie zu bestimmen. Vielfach lassen sie sich bei den Männchen nur im Nackenbereich erkennen, da sie oftmals von Deckfarben überschattet werden. Am einfachsten erkennbar ist die Farbe Wildgrau, da hier auch der gesamte Körper diese Farbe trägt. Bei der Grundfarbe Blond fehlen nahezu alle schwarzen Färbungen, die Farbgebung erinnert schnell an einen gelben Farbton. Albinos gibt es ebenso bei den Guppys, hier herrschen rote Augen vor. Blaue Guppys sind ebenfalls vorhanden, sie untergliedern sich in das alte Blau, bei welchem rote Farbtupfer auftreten können, das Blau2 ohne rote Farbtupfer und ein helles Blau. Daneben gibt es weiße und silberne Guppys.

Guppys – Zucht und Vermehrung

Die Guppys können auch von Hobbyzüchtern vermehrt werden. Wichtig ist hierbei, dass sich gerade Anfänger keine zu komplizierten Zuchtziele setzen. Diese lassen sich nur schwierig umsetzen. Das ideale Alter für die Zucht liegt zwischen fünf und sechs Monaten. Wer bereits vorher Männchen und Weibchen der Zierfische zusammensetzt, riskiert Schwierigkeiten. Zudem kann man die Zuchttiere entsprechend dem gewünschten Zuchtziel ab diesem Alter besser auswählen, da sie schon weiter entwickelt sind.

Die Tragezeit der Weibchen kann sehr unterschiedlich ausfallen, üblicherweise geht man von vier Wochen aus, aber auch acht Wochen sind durchaus möglich. Ebenso sind die Unterschiede in den Wurfzahlen sehr groß, sie reichen von etwa 20 Jungtieren bis hin zu Hunderten. Meist beruhen diese Zahlen aber auf Schätzungen, so dass genaue Angaben nur schwierig möglich sind. Zu beachten ist ebenfalls, dass es immer noch viele Weibchen gibt, die ihren Jungen nachstellen und diese töten. Ratsam kann es deshalb sein, die Guppys im Laichkasten ablaichen zu lassen, so können die Jungen vor den Müttern geschützt werden. Ebenso ist dann eine intensive Versorgung mit dem richtigen Futter möglich, was gerade in den ersten Wochen wichtig ist. Das Wachstum der Jungtiere sollte hier wöchentlich zwischen 100 und 150 Prozent liegen. Möglichst zügig sollten die Jungtiere, die in einem speziellen Becken gehalten werden, bei welchem das Wasser täglich gewechselt werden sollte, nach Geschlechtern getrennt werden.

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