Fütterung von Zierfischen – Sorten und Arten von Fischfutter

Fütterung der Zierfische: Die vielfältigen Fütterungsmöglichkeiten stellen vor allem den Anfänger in der Aquaristik auf eine Zerreißprobe. Hier verliert man sehr schnell den Überblick und steht vor der Frage, welches denn das richtige Futter für seine Zierfische, Garnelen, Krebse oder Schnecken ist. Deshalb wollen wir in unserem ersten Artikel zur Fütterung der Zierfische auf die wichtigsten Dinge eingehen. Sei wie oft man füttern soll, oder auch wie viel man füttern soll. Zudem werfen wir einen Blick auf die vielen Futtersorten.

Zierfische füttern

Welche Unterschiede und Arten gibt es bei der Fütterung von Zierfischen?

Alleine dieses Kapitel könnte man gut und gerne auf ein ganzes Buch ausdehnen. Wir stellen hier nur mal in einigen wesentlichen Stichpunkten die Arten mit jeweiligen Beispielen vor. In weiteren Artikeln gehen wir dann genauer darauf ein.

 

 

Trockenfutter für die Zierfische

Zuerst muss man hier Unterscheiden wie die Form des Futters gestaltet ist. Zum einen gibt es Pellets oder aber auch Flockenfutter. Dann gibt es viele Arten von Granulat und auch jede Menge unterschiedliche Tabs und Tabletten. Die Vielfalt der Hersteller ist dabei sehr umfangreich und wächst von Jahr zu Jahr.

 

  • Flockenfutter: Hier kann man vom Klassiker unter den Fischfuttern sprechen. Diese Futterart gibt es in verschiedenen Flocken Formen und Größen. Bereits seit Beginn wurde Flockenfutter in unseren heimischen Aquarien benutzt. Hersteller wie Tetra, Sera und JBL können hier genannt werden. Wer jedoch glaubt Flockenfutter sei gleich Flockenfutter, der täuscht sich enorm, denn hier wurde in der Zwischenzeit jede Menge Spezial Futter für die jeweiligen Zierfische entwickelt. Sei es zur Zucht und zur Prägung der Farbenpracht, oder aber auch mit besonderen Zusatzstoffen und Nährstoffen. Guppy, Killifische, Bettas oder Cichliden haben hier spezielle Anforderungen und darauf haben sich auch die Hersteller bei den Unterschiedlichen Arten von Flockenfutter eingestellt.
  • Tablettenfutter: Auch diese in verschiedenen Größen angebotenen Futtertabletten gibt es bereits sehr lange. Schnell sinkend und somit vor allem für die Bodenbewohner eine gute Futtersorte. Auch die Zusammensetzung ist hier sehr vielfältig. Sei es aus pflanzlichen oder organischen Stoffen.
  • Futtertabletten für die Langzeitfütterung ist eher eine Sonderform des Zierfischfutters.
  • Granulat oder Pellets: Futtergranulat gibt es noch nicht so lange wie das Flockenfutter, scheint aber immer mehr Aquarianer zu begeistern. Vor allem die Eigenschaft aus, langsamen sinken machen diese Art des Futters für einige Zierfische recht interessant. Pellets und Granulat bekommt man aber auch als rein schwimmendes Futter. Cichliden werden meist nur noch mit Granulat gefüttert.
  • Sticks: Zierfischfutter in Form von Sticks, hat auch eine eher jüngere Geschichte. Diese Art und Zubereitung des Futters gibt vor allem den Vorteil, dass diese nicht so schnell sinken und lange auf der Oberfläche sich aufhalten.
  • Blätter Futter: Auch diese Art des Trockenfutters gibt es im Handel in unterschiedlichen Ausprägungen. Zum Beispiel für Garnelen werden getrocknete Blätter angeboten.

 

Auf die Inhaltsstoffe des jeweiligen Trockenfutters wollen wir hier nicht näher eingehen, da dies den Rahmen sprengen würde. Trockenfutter hat heute aber sicherlich nicht mehr den schlechten Ruf wie noch vor Jahren. Die Hersteller schaffen es zum einen das Futter auf die jeweiligen Arten der Zierfische genauer abzustimmen und auch die Herstellungsverfahren werde immer besser. So sind Nährstoffe, Vitamine und gute Zutaten in Trockenfutter heute kein Problem mehr. Auch die Rohstoffe zur Herstellung werden immer besser. Dennoch sollte man nie auf eine Art von Futter setzen. Dazu aber später mehr.

 

 

Lebendfutter für Zierfische

Kommen wir zu einer nächsten Gruppe des Futters. Lebendfutter ist für viele Arten von Zierfischen nicht mehr wegzudenken. Vor allem dient es bei vielen Arten auch als Ersatz oder besser gesagt als Abwechslung zum Trockenfutter. Natürlich sind das Handling und auch die Aufbewahrung und die Haltbarkeit hier schwieriger. Dennoch hat es viele Vorteile. Vor allem, wenn es in die Aufzucht von Jungtieren geht, können Kleintiere äußerst wertvoll sein.

Kommen wir aber hier zu den Arten und Sorten von Lebendfutter im Aquarium.

 

  • Mückenlarven: Beginnen wir bei den wohl wichtigsten Vertretern. Den sogenannten Mückenlarven. Diese gibt es in verschiedenen Farben. Darunter die roten, weißen und schwarzen Mückenlarven. Alle drei Arten sind Larven von verschiedenen Mücken. Se es die Stechmücken, Büschelmücken oder aber auch die Tanzmücken. Neben der eigenen Zucht, kann man auf diese Tiere auch über den Zoohandel oder den Onlineshop zugreifen.
  • Artemia: Vor allem was die Zucht angeht, sind diese kleinen Krebse welche sich Artemia nennen sehr beliebt. Auch deshalb, weil es im Handel sehr gute Anlagen gibt, um Artemien selber zu züchten.
  • Mehlwürmer: Auch Mehlwürmer kann man selber Zuhause züchten. Hierzu findet man auch viele Anleitungen auf Youtube und Co. Diese eher größeren Larven der Mehlkäfer, sind für bestimmt Fische sehr nahrhaft.
  • Tubifex: Auch Tubifex findet man bereits viele Jahre in der Aquaristik wieder. Vor allem bei der Aufzucht spielen auch diese Tierchen eine wichtige Rolle. Werden aber auch gerne von lebendgebärenden Zierfischen wie Guppy und Co gefressen. Auch diese kann man im Fachhandel kaufen.
  • Bachflohkrebse: Vor allem die Brasche oder Cichliden freuen sich über diese eher größeren Tiere, als leckere Zusatzkost.
  • Enchyträen: Diese eher kleinen Würmer können sehr gut Zu Hause gezüchtet werden. Meist nimmt man dazu Seramis als Nährboden. Skalare aber auch andere Arten freuen sich über diese leckere Kost, als Ergänzung zu den Trockenfuttersorten.
  • Viele weitere Kleinsttiere wie Hüpferlinge, Daphnien, Essigälchen oder Bosmiden. Auch hier gibt es jeden Menge Tierchen welche ins Aquarium gelangen und als Zusatzfutter dienen.

 

Bei all den hier aufgezählten Tieren, muss man beachten, dass es schnell zu einem Problem im Aquarium kommen kann. Wer mit Lebendfutter umgeht, sollte genau wissen was er tut und sich vorher entsprechend bei der jeweiligen Art einlesen.

 

 

Frostfutter

Eine eher Unterart unter den Futtermöglichkeiten der Zierfische stellt das Frostfutter dar. Dieses ist besonders bequem aufzubewahren und kann auch nicht so schnell verderben. Dennoch ist es möglich organische Tiere und Kleinstlebewesen den Fischen anzubieten. Bei Diskus und Co einfach unverzichtbar. Hier schafft man mit Trockenfutter keine ausgewogene Ernährung. Die Bestandteile von Frostfutter ist sehr individuell und kann von Mückenlarven bis zu einem Mix aus verschiedenen Lebewesen alles beinhalten. Auch hier bietet die Industrie jede Menge Produkte an.

Die Vorteile liegen aber nicht nur in der Lagerbarkeit und Haltbarkeit, sondern auch noch daran, dass weniger Krankheitserreger zu erwarten sind. Der Gefrierprozess tötet diese ab oder lässt diese erst gar nicht aufkommen. Auch die naturnahe Fütterung muss hier als wesentlichen Vorteil erwähnt werden. Anbei mal einige Beispiele von Frostfutter Sorten:

 

  • Roten Mückenlarven
  • Diskus Mix Futter
  • Garnelenfutter
  • Wasserflöhe und Daphnien
  • Weiße Mückenlarven
  • Frostfutter für Welse
  • Artemia
  • Bachflohkrebs wie Gammarus
  • Flußkrebse
  • Malawi Futter
  • Plankton Futter

 

Dies soll nur eine kleine Auflistung sein. Viele Hersteller haben in der Zwischenzeit Mixturen von verschiedensten Bestandteilen entwickelt. Diese werden dann individuell auf die jeweilige Zierfisch Art abgestimmt.

 

Zierfisch Futter

 

Naturfutter

Auch das reine Naturfutter sollte nicht vergessen werden. So fressen zum Beispiel Garnelen sehr gerne an den verschiedensten Blättern und Pflanzen Wels dagegen mögen auch mal gerne ein Stück Gurke. Natürlich sind auch Schnecken schnell bei der Naturkost dabei. Aber auch andere Fische ernähren sich gerne an Gemüse und weiteren Naturprodukten. Deshalb sollte man auch Dese Art immer wieder anbieten.

 

Das passenden Futter zum jeweiligen Zierfisch

Egal welches Futter sie sich kaufen, es muss zum jeweiligen Fisch und seinen Essgewohnheiten passen. Dabei spielt nicht nur die Herkunft des Fisches eine große Rolle, sondern auch sein Fressverhalten. Jäger und Räuber haben hier andere Anforderungen wie Friedfische. Sei es im Bereich der Aufnahme des Futters oder aber auch in der Häufigkeit und Menge des Futters. Generelle Empfehlungen gibt es bei den Steckbriefen der einzelnen Zierfische oder Garnelen. Auch die Verabreichung spielt eine große Rolle. So kann es vorkommen, dass gewisse Bewohner in eurem Aquarium fast nie beim fressen gesehen wird und andere wiederum aus der Hand fressen. Anbei einige Tipps was man beachten sollte:

 

  • Studieren des Steckbriefes des jeweiligen Zierfisches
  • Wo frisst der Bewohner? In welchem Wasserbereich?
  • Meist sagt bereits die Mundform einiges über das Fressverhalten aus
  • Wann fressen die Fische? Nachaktive Fische haben ein anderes Fressverhalten.
  • Wie oft sollte der Fisch gefüttert werden?
  • Wie viel sollte man dem Fisch verabreichen?

 

Grundsätzliche Regeln beim Füttern von Zierfischen

Einige Dinge gelten für alle Zierfische und Wirbellose gleichermaßen. Egal welche Futtergewohnheiten diese haben. Sei es bei der Nahrungsaufnahme oder bei der Häufigkeit der Nahrungsaufnahme.

Hier muss vor allem die Abwechslung angeführt werden. Bieten sie den Aquarium Fischen immer wieder andere Futterarten und Sorten an. Auch dann, wenn diese anfänglich vielleicht nicht gefressen werden. Meist liegt es daran, dass die Fische diese noch nicht kennen. Mit der Zeit kann es aber sein, dass auch diese Futtersorten angenommen werden. Hier heißt es Geduld zu zeigen. Lassen sie den Fischen Zeit und bieten sie immer wieder neues an.

Bei der Auswahl des Futters sollte man auch immer wieder einen Blick auf die Qualität werfen. Sei es was die Herstellung oder die Bestandteile angeht. Dabei spielen vor allem folgenden Dinge eine große Rolle und sollten beachtet werden

 

  • Proteine: Der Anteil des Eiweiß im Futter sollte beachtet werden. Hier wird meist zwischen pflanzlichen und organischen Eiweißen unterschieden.
  • Mineralien: Achten sie auf den Spurenelementen im Futter
  • Fettsäuren: Achten sie auf die Pflanzenöle oder andere Fettsäure Lieferanten im Futter
  • Kohlenhydrate: Ohne Kohlenhydrate wird vor allem es nie zu einem Hauptfutter kommen. Hier sollte man auf die Inhaltsstoffe, vor allem in Sachen Getreide achten.
  • Vitamine: Auch dies ist ein enorm wichtiger Bestandteil des Zierfischfutters. Sei es Vitamin A, B1, B2, B9, C, D oder E. Gute und ausgewogene Ernährung sollte Vitamine beinhalten

 

Lassen sie sich Zeit und analysieren sie gut die Inhaltsstoffe des jeweiligen Futters.

 

Hauptfutter, Ergänzungsfutter, Zusatzfutter und Leckerbissen – Der Speiseplan

Nicht jedes Futter dient als Hauptfutter und kann somit nicht den größten Anteil auf dem Speiseplan der Fisch sein. Hier muss man sich auch entsprechend Informieren, was die Fische denn am liebste und am meisten benötigen.

Machen sie also einen Speiseplan für die Fische. Dieser sollte nicht nur aus dem Hauptfutter bestehen, sondern sollte auch zusätzliches wertvolles Ergänzungsfutter oder auch den einen oder anderen Leckerbissen beinhalten.

Hier sollte man sich Zeit nehme und am besten in einem Kalender genau eintragen, was welcher Fisch bzw. welche Fischart bekommen sollte. Vor allem dann, wenn es auch mal in den Urlaub geht.

 

Ab in den Urlaub aber was mach ich mit dem Aquarium?

 

Wie oft soll ich füttern?

Vor allem von Anfängern werden hier die meisten Fehler begangen. Viele unserer Zierfische sind einfach zu fettleibig und werden überfüttert. Deshalb haben auch einige Arten eine eher kurze Lebenserwartung. Natürlich hängt die Häufigkeit der Fütterung vor allem auch vom jeweiligen Fisch ab. Zudem spielt auch noch das Alter eine große Rolle. Jungfische benötigen täglich meist mehrfach gute und ausgewogene Ernährung, wobei andere Fische auch mit einem Fastentag gut auskommen.

Einige Arten können und sollten auch nicht alles auf einmal am Tag in einer einzigen Fütterung aufnehmen. Hier sollte mehrfach lieber kleinere Mengen verfüttert werden. Eine generelle Empfehlung kann hier nicht ausgesprochen werden.

 

Wie viel soll ich füttern?

Auch bei der Menge gibt es große Unterschiede, welche vor allem auch von der Größe des Fisches abhängt. Ein 20 cm Cichlide benötigt einiges mehr an Futter, wie ein 2cm Guppy. Dennoch gibt es einige generelle Regeln, welche für alle gleichermaßen gelten.

 

  • Immer nur so viel füttern was innerhalb kurzer Zeit gefressen werden kann
  • Nicht gefressenes Fischfutter belastete das Aquarium Wasser stark
  • Lieber weniger Füttern
  • Machen sie auch mal einen Fastentag pro Woche
  • Jungfische brauchen kleine Mengen mehrfach am Tag
  • Fische sterben oft an Fettleibigkeit

 

Wie lange halten es meine Fische ohne Futter aus?

Diese Fragen hat sich sicherlich jeder Aquarianer bereits gefragt. Ein ausgewachsener gut ernährter Fisch kann gut und gerne mehrere Tage ohne Futter auskommen. Ein Jungfisch natürlich nicht. Dennoch gilt vor allem, bei den vielen Gesellschaftsaquarien, dass die Fische eher überfüttert sind. Fische werden immer nach Futter verlangen. Ein satt sein gibt es hier nicht.

Wer in den Urlaub geht, kann seine Fische auch mal ein paar Tage hungern lassen. Auch bei einer Dunkelkur gegen die Algen im Aquarium, gibt es keine Probleme und meist überleben alle Fischen die Mehrtages Diät.

Fragen zur Fütterung und Co, dann ab ins Forum

 

 

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