Guppy (Poecilia reticulata) und Endlers Guppy (Poecilia wingei): Alles über Guppys

Guppy oder auch Endler Guppys: Man kann sagen, dass dieser Fisch, welchen wir euch heute vorstellen wollen, der wohl bekannteste im Süßwasseraquarium ist. Nicht nur wegen seiner einfachen Züchtung, sondern vor allem auch wegen seinem Aussehen. Der Guppy oder auch Endler Guppy kommt in fast alle Aquarien vor und sieht immer wieder anders aus. Vor allem die vielen Zuchtformen machen diesen Zierfisch im Aquarium so besonders. Was es alles dazu zu wissen gibt erfahrt ihr in unserem Steckbrief zum Guppy.

Guppy rot

Guppy (Poecilia reticulata) und Endlers Guppy (Poecilia wingei) wo ist denn der Unterschied?

Zuerst wollen wir uns mal mit den verschiedenen Bezeichnungen der Guppys vertraut machen, denn immer wieder redet man von normalen Guppys und auch von den Endlers Guppys. Beide Arten wurden sehr oft auch vermischt und in Mischungen gezüchtet. Dennoch sind es unterschiedliche Zierfische und Arten und unterscheiden sich vor allem von ihrer Größe. Die Endler Guppys werden nicht so groß wie die normalen Guppys. Endler Guppys gibt es wie auch die normalen Guppys in verschiedenen Farben und Formen. Zudem werden die Endler Guppys meist als Wildfänge angeboten. Aber woher kommen denn die Arten, denn auch dort unterscheiden sich Guppys und Endler.

Guppy rot

Herkunft und Verbreitung der Guppy (Poecilia reticulata) und Endlers Guppy (Poecilia wingei)

Der normale Guppy findet man im nördlichen Südamerika und in Teilen der Karibik wieder. Zudem gibt es ihn auch in Bereich von Venezuela. Der Guppy wurde aber auch weltweit zur Bekämpfung von Moskitos eingeführt. Dies ist allerdings kein natürlicher Lebensraum. Auch hat er sich durch die Aussetzung von Aquarianern in gewissen Bereich verbreitet und findet dort nun seinen Lebensraum.

Beim Endler Guppy sieht das Verbreitungsgebiet und die ursprüngliche Herkunft etwas anders aus. Er kommt ausschließlich aus dem nördlichen Venezuela und kommt dort in zwei voneinander Gebieten vor. Alle anderen Fundstätten sind dem normalen Guppy zuzuweisen. Aufgrund dessen ist der Endler Guppy meist nur als Wildfang zu bekommen und somit auch viel anspruchsvoller als der normale Guppy.

Endler Guppy

Aussehen und Merkmale des Guppys (Poecilia reticulata) und Endlers Guppy (Poecilia wingei)

Die Guppys gehören zur Gruppe der lebendgebärenden Zahnkarpfen, was bereits vieles über die Fortpflanzung aussagt. Ihr Aussehen haben sie von den Zahnkarpfen. Der breite Mund und auch die Form sind typisch. Wie man auf den Bildern sehen kann, gibt es den Guppy aber in verschiedensten Farben und auch Formen. Vor allem die Schwanzflossen der Männchen werden heute entsprechend durch die Zucht verändert und geformt.

Männchen sind auch hier die wesentlich schöneren Tiere. Die Weibchen sind meist größer, haben aber keine besonderen Schwanzflossen und auch die Farben sind meist blasser und farbloser. Bei den Endler Guppys verhält dies sich ähnlich. Allerdings werden diese Arten nicht so groß. Oft wird hier sogar von einer Haltung im Nano Aquarium gesprochen, wobei wir davon abraten würden. Unter 60 Liter sollte man keine Guppys halten. Wenn dann nur im Zuchtbereich.Guppy blau Gruppe

Durch ihr besonderes Aussehen und die vielen Varianten und Facetten gibt es weltweit Prämierungen und Wettbewerbe.

Sollte man mal Probleme haben ein Männchen und ein Weibchen zu unterscheiden, dann kann dies auch am Geschlechtsteil dem Genopodium geschehen. Dort sieht man recht gut was das Männchen ist. Zudem findet man bei Weibchen auch einen Trächtigkeitsfleck. Dieser zeigt auch an, wenn das Weibchen schwanger ist.

Bei den Schwanzflossen gibt es auch Unterscheidungen in Großflosser und Kleinflosser. Unter diesen Arten hört man immer auch noch Bezeichnungen wie Doppelschwert, Fächerschwanz, Fahnenschwanz, Spatenschwanz oder Speerschwanz. Alle diese Bezeichnungen zielen auf die Form der Flossen hin.

 

Haltungsbedingungen, Vergesellschaftung und Wasserwerte für die Guppy (Poecilia reticulata) und Endlers Guppy (Poecilia wingei)

Kommen wir nun zu den Haltungsbedingungen. Hier stellt man schnell fest warum die Guppys sehr oft auch bei Anfängern beliebt sind. Dies hat zum einen die Gründe, dass sie relativ anspruchslos sind und zum anderen hat jeder gerne mal Babys in seinem Aquarium.

Bei der Temperatur vertragen sie von 20 bis knapp 30 Grad eine recht große Bandbreite.Guppy Arten

Auch die Anforderungen an den PH Wert sind nicht besonders speziell. Werte von saurem Wasser mit einem PH Wert von 6 bis hin zu alkalisch 8,5 sind kein Problem. Auch die Härte stellt in unseren Breitengraden kein Problem dar. Hier werden bis zu 25 – 30° dGH möglich. Somit stellt auch die Karbonat Härte kein Problem dar.

Bei der Größe des Beckens gibt es unterschiedliche Meinungen. Wir sind der Meinung, dass man unter 60 cm auch keine Endler Guppys halten sollte und normale Guppys schon gar nicht. Also sollte ihr Aquarium eine Kantenlänge von mindestens 60 cm haben. Fassen wir die wichtigsten Werte zusammen.

 

Steckbrief zum Guppy

 

  • Zucht leicht
  • Beckengröße ab 60cm  / 60 Liter
  • PH Wert 6 – 8,5
  • Gesamthärte Gh bis 30° dH
  • Temperatur 20 -28 °Grad
  • Größe des Guppy bis zu 3 – 6 cm
  • Alter des Guppy 2-4 Jahre
  • Besonderheiten: Viele Mischformen aus der Zucht / Mischung auch zwischen Endler und normalen Guppys

 

Natürlich sind Guppys keine Bodenbewohner wie der Antennenwels, aber dennoch sind Guppys überall zu finden. Sei es im mittleren oder auch im oberen Wasserbereich und sogar am Boden suchen sie nach Futter.

Gehalten sollten sie in Gruppen von mindestens 6 Tieren werden. Dabei sollte auch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Männchen und Weibchen bestehen. Am besten man kauft sich immer Pärchen. Wer jedoch keinen Nachwuchs möchte, sollte dies tunlichst vermeiden.

Guppy Endler

Guppys lieben auch gute Versteckmöglichkeiten wie dichte Bepflanzungen und auch Schwimmpflanzen, denn diese bieten auch genug Schutz für die Jungtiere. Zudem können auch Höhlen gerne genommen werden. Man sollte bei der Wasserströmung darauf achten, dass es Bereiche im Aquarium gibt, welche eher weniger Wasserbewegung aufweist. Guppys mögen dies.

De Vergesellschaftung der Guppys stellt dabei kein Problem dar. Sie sind äußerst friedlich und können sich auch mit anderen Fischen gut vertragen. Auch ihr Schwimmverhalten ist nicht besonders hektisch oder besonders.

Guppy Zucht

Was fressen die Guppy (Poecilia reticulata) und Endlers Guppy (Poecilia wingei)

Auch hier gibt es wenig Ansprüche. Im Grunde sind es Allesfresser. Sie lieben nicht nur jegliches Flockenfutter, sondern fressen gerne auch Lebendfutter wie Mückenlarven aller Art. Zudem kann man ihnen auch pflanzliche Kost reichen. Wichtig ist vor allem wenn, man Guppys züchten möchte, dass man sie ausgewogen ernährt. Dies spiegelt sich sehr schnell in der Farbenpracht wieder. Man sollte auch darauf achten, dass das Futter noch Haltbar ist und eine gute Qualität besitzt.

Jungtiere fressen gerne auch Salinenkrebse und Mikrowürmer. Natürlich kann auch bestimmtes Aufzuchtfutter verwendet werden. Staubfutter gibt es in vielen verschiedenen Varianten und wird gerne in der Aufzucht verwendet.

 

 

Die Zucht von Guppy (Poecilia reticulata) und Endlers Guppy (Poecilia wingei)

Kommen wir nun zur Zucht der Guppys welche keine größere Schwierigkeit darstellt. Schwer wird es nur dann, wenn man gezielte Formen und Farben züchten möchte. Dies kann vor allem bei Endler Guppys eine echte Herausforderung werden. Warum? Das werden sie nach den folgenden Zeilen verstehen.

 

Guppys gehören ja bekanntlich zu den lebendgebärenden Zahnkarpfen und bringen somit ihre Jungen lebend zur Welt. Meist sind dies ca 30 Stück. Alle 30 – 40 Tage kann ein Guppy Weibchen wieder gebären, was schnell zu einer großen Anzahl von Fischen kommen kann. Im Gesellschaftsaquarium braucht man meist aber keine Angst haben, denn die Jungen werden von anderen Fischen schnell verspeist. Auch die Eltern der jungen Guppys fressen ihre eigenen Jungen. Das Weibchen stellt recht schnell den Jungen nach. Wer diese gezielt züchten möchte, muss die Tiere recht schnell trennen und am besten in ein Zuchtbecken überführen. Zudem heißt es auch in Sachen Inzucht aufzupassen, denn bereits nach 3 Monaten sind auch die Jungtiere geschlechtsreif und können somit auch wieder Junge gebären.

Guppy Weibchen

Abschließend noch ein Video aus einer Guppy Zuchtfarm. Dort kann man sich einen Einblick verschaffen, wie in großem Stil Guppys gezüchtet werden und dann zu uns nach Deutschland importiert werden.

 

Danke auch an die vielen Bilder der Facebook Gruppe https://www.facebook.com/groups/AquarienDeutschland/permalink/1445814845544600/

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