Planarien im Aquarium: Strudelwürmer oder Scheibenwürmer bekämpfen

Planarien Strudelwürmer Turbellarien bekämpfen: Im heutigen Ratgeber nehmen wir uns den gefürchteten Planarien an. Diese Plagegeister kommen vor allem im Nano Aquarium und Garnelen, sowie Schnecken Becken vor. Zudem können sich Planarien aber auch in Aquarien mit Jungfischen wohlfühlen, denn dort finden sie genügend Nahrung. Was sind aber Planarien? Woher kommen diese Tiere und wie bekommt man Planarien wieder los? Wie erkenne ich Planarien und welche Mittel gibt es um diese wirksam zu Bekämpfen. Diese Fragen versuchen wir nachfolgend zu beantworten.

Planarien Scheibenwürmer los werden

Was sind Planarien oder Scheibenwürmer?

Man kann hier von einem wahren Wunderwerk der Evolution reden. Bis zu 200 Arten von unterschiedlichen Planarien oder auch Strudelwürmer genannt sind aktuell bekannt. Auch hier werden nicht alle im Aquarium zu finden sein. Dort gibt es vor allem die weißen Planarien zu finden. Umgangssprachlich hört man auch immer wieder Begriffe wie Scheibenwürmer oder aber auch Strudelwürmer.

Es gibt aber natürlich viele Unterarten wie die Fadenstrudelwürmer oder aber auch die Kettenstrudelwürmer. Alle gehören zur Gruppe der Planarien. Natürlich besitzen diese auch diverse lateinische Namen. Die Gattungen gehören zu den Seriata oder Rhabdocoela, welche man vor allem im Aquarium findet. Schaut man bei Wikipedia, dann redet man dort vor allem von Strudelwürmer (Turbellaria) welche zur Klasse der Plattwürmer gehören. Dies gibt bereits erste Hinweise auf ihr Aussehen. Im Video weiter unten kann man sich die Tiere Live anschauen. Natürlich findet man auch Bilder dazu.

Eine Unterscheidung der Planarien ist äußert schwer. Meist sind sich die bis zu 18 mm großen Tiere sehr ähnlich und nur winzigen Merkmale lassen sich unterscheiden. Dies kann zum einen die Färbung der Planarien sein, aber auch die Form des Kopfes. Im Aquarium findet man meist weiße schon fast transparente Tiere. Diese haben eine besonders markante Kopfform mit einem Dreieck.

Der Körperbau ähnelt hier einem Wurm, wobei die meisten Planarien eher flach sind. Aber nicht all diese Tiere sind auch gefährlich. Hier wird in der Literatur noch von echten und unechten Planaren unterschieden. Auf diese möchten wir nicht näher eingehen, denn wir sind der Meinung, dass sobald Planarien auftreten man etwas dagegen tun muss.

Beginnen wir mit dem Aussehen der Tiere und den anatomischen Besonderheiten. In einem jungen Stadium kann man sie nur schwer erkennen. Zum einen verstecken sie sich gut und zum anderen sind sie dort nur wenige Millimeter groß.

Der Körper der Planarien, welcher im Grund einem Wurm ähnlich ist, hat einige Besonderheiten. Zum einen gibt es zwei Augen mit denen es ihnen sogar möglich ist hell und dunkel zu erkennen und zum anderen besitzen sie einen Mund, welcher sich aber nicht am Kopf befindet, sondern eher in der Mitte des Körpers. Der Körper ist mit Schleim umgeben, welcher äußerst schlecht schmeckt. Deshalb haben sie nur wenig Fressfeinde, dazu aber später bei der Bekämpfung mehr.

Der Schleim, welcher aus den Hautdrüsen kommt, hat verschiedene Vorteile. Zum einen bietet dieser den Planarien Schutz und zum anderen erleichtert dieser die Fortbewegung der Planarien. Aber auch für die Nahrungsaufnahme hat dieser Schleim einen Sinn, denn die Beutetiere, können damit eingehüllt werden. Zudem haben die Planarien an ihrer Haut noch Rhabditen. Dies sind stabförmige Sekretkörper, welche wie Pfeile aussehen. Dieses Sekret ist giftig.  Somit ist es ihnen möglich Beutetiere zu betäuben und diese dann in Ruhe zu verspeisen. Was alles auf dem Speiseplan der Planarien steht erfahrt ihr später.

 

Wie ist die Fortpflanzung der Planarien und Strudelwürmer?

Kommen wir nun zur Fortpflanzung der Planarien, denn auch diese ist etwas Besonderes. Nicht umsonst haben wir eingangs von einem Wunderwerk der Evolution gesprochen. Wenn es in diesem Fall auch nicht gewünscht ist. Planarien sind gleichgeschlechtlich und daher auch Zwitter. Daher ist auch die Befruchtung in beide Richtungen möglich. Diese Unterscheidet sich aber je nach Art. Zum einen gibt es eine Vermehrung mit Geschlechtsorganen wie einen Penis und zum anderen gibt es auch eine Vermehrung und Fortpflanzung durch Querteilung. Dies nennt man dann die asexuelle Fortpflanzung. Vor allem die Tiere welche im Aquarium vorkommen, pflanzen sich so fort, was uns weitere Probleme bereiten kann.

 

Aber was ist denn überhaupt eine Querteilung?

Im Grunde können sich diese Planarien durch Teilung des Körpers Fortpflanzen. Würde man eine auseinanderschneiden, dann könnte sich diese von alleine regenerieren und durch die Fission zwei neue Bilden. Recht schnell bildet sich eine neue Planarie. Aufgrund dieser Tatsache, sollte man auf jeden Fall die Teilung mit einem Messer oder aber auch das Zerdrücken vermeiden, denn dadurch wird sich die Anzahl noch wesentlich erhöhen. Die neuen Zelltypen werden somit angeregt und bilden sich schnell wieder neu.

Leider gibt es aber noch eine weitere Besonderheit bei den Planarien, denn auch in Sachen Eier können sich einige fortpflanzen. Bei einer Befruchtung, wird mit dem weiblichen Geschlechtsorgan Eier in harten Kokons ausgebildet, welche dann entweder fallen gelassen werden, oder aber auch an Blätter von Wasserpflanzen oder Einrichtungsgegenständen geheftet werden können. Diese Ei Kokons scheinen die Planarien nur nachts abzulegen, so dass man diese auch nicht finden kann. Somit entstehen auch sogenannte Dauereier, welche äußerst robust gegen verschiedenste Einflüsse sind. Sei es bei kälteren Wassertemperaturen oder aber auch gegen gewisse chemische Mittel sind die äußerst resistent. Wann es zum Schlüpfen der Jungen kommt ist dabei vor allem von der Wassertemperatur abhängig. Bei 20 – 28 Grad passiert dies meist innerhalb einer Woche. Ist das Wasser kalt, dann können diese Dauereier bis zu 4 Monate oder mehr überleben und dann erst schlüpfen. Eine weitere Herausforderung für uns Aquarianer.

Wann die Planarien Fortpflanzungbereit sind hängt von der entsprechenden Art ab. Hier gibt es auch Unterschiede.

Ernährung der Planarien

Kommen wir noch zu einem ganz speziellen Thema, denn Planarien sind wahre Überlebenskünstler. Sie können mehrere Monate ohne Nahrung auskommen. Auch das Zwischenspeichern von Nahrung gelingt in besonders gut. Zudem verzehren sie sich selber auf, sobald die Vorräte vertilgt sind. Dadurch können Planarien sogar wieder kleiner werden und sich komplett zurückentwickeln. Man spricht davon, dass sie sich bis auf 1-2mm verkleinern können und somit extrem lange ohne jegliche Nahrung auskommen. Wie lange es dauert bis sie sterben ist dabei unklar. Auf jeden Fall ist dies kein Mittel die Planarien zu bekämpfen, denn sie überleben fast alle anderen Tiere im Aquarium. Ein aushungern der Tiere scheint somit aus.

Man kann also von echten Überlebenskünstler sprechen. Selbst ohne Nahrung kommen sie recht lange aus und zudem können sich auch gleichgeschlechtlich vermehren. Durch die Dauereier haben sie eine weitere Fortpflanzungsmöglichkeit, selbst dann wenn die Tiere alle Tod sind, können aus den Eier immer wieder neue schlüpfen. Das Lebensalter der Planarien ist aber recht unterschiedlich und reicht von einigen Wochen bis hin zu mehreren Jahren.

 

Was fressen Planarien?

Aber was fressen die Planarien denn überhaupt. Im Grunde ist ihr Speiseplan reichlich gedeckt, denn sie können sich von verschiedenen Dingen wie Bakterien oder aber auch Würmer, Schnecken, Mückenlarven oder Bachflohkrebse ernähren. Vor allem aber sind sie für unsere Garnelen oder Larven gefährlich, denn sie fressen sogar junge Garnelen oder aber auch ältere Tiere, wenn diese frisch gehäutet sind. Auch junge Fische können Opfer der Planarien sein.

Ihr Verdauungstrakt ist ebenso besonders, denn sie haben keinen Darmausgang, sondern scheiden nicht verdaubare Stoffe wieder durch den Mund aus.

Woher kommen Planarien?

Natürlich stellt man sich nun auch die Frage woher diese Tiere denn überhaupt kommen, oder besser gesagt wie kommen diese ins Aquarium? Hier gibt es verschiedene Wege, wie Planarien den Weg ins Aquarium finden. Sei es durch die Einschleppung mit den Wasserpflanzen oder aber auch in Frostfutter und Lebendfutter können sich Planarien ins Aquarium einbürgern. Es gibt auch die Möglichkeit, dass sie an Einrichtungsgegenständen haften und somit in das Aquarium kommen. Auch die Eier können nur irgendwo haften und diese schlüpfen dann im warmen Wasser.

Natürlich kommt es auch auf die Art an, welche bei einem im Aquarium ist. Nicht alle können sich gleich vermehren und einschleppen. Immer wieder jedoch lesen wir auch, dass sie an Schnecken haften und so in unsere Aquarien kommen.

 

Verwechslung mit anderen Würmern möglich

Aufpassen heißt es auch bei einer eventuellen Verwechslung mit anderen Würmern. Es gibt in der Aquaristik noch einige mehr Würmer, welche man immer wieder im Aquarium finden kann. Dazu zählen unter anderem auch die Borstenwürmer oder aber auch Egel. Meist kann man diese in einem jungen Stadium nur schwer voneinander trennen und auseinanderhalten. Dennoch sind sie vor allem an ihrer Fortbewegung zu erkennen. Egel saugen sich vorne und hinten fest und kriechen dabei ganz anders. Auch die Fortbewegung der Borstenwürmer ist anders. Man sollte also bei der Bestimmung der Planarien genau hinschauen. Wenn man sich nicht sicher ist, dann schicken sie uns gerne Bilder an kontakt (@) aquaristik.org und wird helfen ihnen bei der Bestimmung.

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Wie bekämpfe ich Planarien?

Kommen wir nun zum entscheidenden, denn wie bekämpfe ich denn diese Tiere nun?

Hat man bisher alles aufmerksam durchgelesen, dann sollte man schnell auf die Idee kommen, dass es nicht einfach wird überhaupt etwas gegen die Planarien machen zu können. Es ist auch wirklich nicht einfach diese Tiere wieder los zu werden, denn sieht man wenige, sind bereits hunderte im Becken. Planarien verstecken sich recht gut. Sei es im Bodengrund oder aber auch in der letzten Ritze des Aquariums. Wer denkt, wenn er einige sieht, dass es nicht mehr sind, der täuscht sich hier gewaltig.

Zuerst müssen wir einen Blick auf mögliche Fressfeinde werfen. Durch ihr besonderes Sekret und den Schleim, gibt es aber nur wenige Fische welche gerne die Planarien fressen. Man kann im Grunde nur von Fadenfischen bzw. Labyrinthfischen ausgehen. Ob man diese allerdings in einem Garnelenbecken halte kann ist fraglich. Nicht nur, weil es sich hier ja meist um Nano Aquarien handelt, sondern weil diese Fische sich auch an den Garnelen vergreifen würde. Also scheidet diese Möglich bereits aus und kommt nur gelegentlich zum Einsatz.

Auch gäbe es die Möglichkeit die Planarien auszuhungern, sofern es möglich ist die anderen Bewohner aus dem Becken zu bekommen. Aber auch diese Möglichkeit scheidet aus, wenn man weiß wie lange die Planarien ohne jegliche Nahrungsaufnahme überleben können.

Eine recht effektive Methode ist kochendes Wasser, aber auch hier darf kein Besatz und auch keine Wasserpflanze mehr im Becken sein. Gießt man die Tiere mit kochendem Wasser, dann sterben sie recht schnell ab. In der Praxis ist aber auch diese Methode nicht einfach durchzuführen.

Noch eine Methode, welche bereits in verschiedenen Tests zu einem Erfolg geführt hat ist die Reduzierung des PH Wertes. Hierzu kann man kohlensäuriges Mineralwasser verwenden. Auch dies vertragen die Tiere überhaupt nicht. Leider auch hier schwer in der Praxis mit einem voll besetzten Aquarium durchzuführen, denn hier würden auch die Fische entsprechend sterben.

Kommen wir nun zu einer Möglichkeit, welche wir sehr gut finden. Die Rede ist von einer sogenannten Planarienfalle, welche man im Fachhandel kaufen kann. Im Grunde handelt es sich hier um ein Rohr, wo man im inneren einen Köder platziert, welcher für die Tiere unwiderstehlich ist. meist kann man hier rohes Fleisch verwenden, denn Proteinen mögen die Planarien besonders gerne. Krabbeln sie erst in die Röhre, dann kommen sie nicht mehr raus. Sicherlich kann man hier mechanisch einige Tiere entfernen, aber den ganz großen Erfolg wird man auch damit nicht haben. Sei es aufgrund der immer noch vorhandenen Eier. oder aber auch weil man nicht alle Tiere erwischen kann. Dennoch lässt sich die Ausbreitung damit zumindest eindämmen.

Hier nochmal die bisherigen Möglichkeiten in der Übersicht:

 

  • Einsatz von Feindfischen
  • Planarienfalle einsetzen
  • Kochendes Wasser
  • Kohlensäuriges Mineralwasser mit niedrigem PH Wert
  • Chemie: Flubenol, Panacur (Gefahr für die Schnecken)

 

Was hilft denn jetzt aber wirklich gegen Planarien?

Im Grunde scheint man nur einen guten Erfolg zu haben, wenn man mit der Chemiekeule gegen die Planaren vorgeht. Leider hat auch dies gewisse Nachteile, denn meist sind die Schnecken besonders gefährdet und überleben so eine Behandlung nicht. Bei den Präparaten gibt es in der Zwischenzeit einiges an Test und Empfehlungen. Dabei gehen die Meinungen weit auseinander was die Wirksamkeit anbelangt. Auf jeden Fall muss man eine mehrfache Dosierung vorziehen, denn immer wieder können aus den noch vorhandenen Eiern neue Planarien schlüpfen. Deshalb reicht eine Behandlung nicht aus. Je nach Präparat liegen zwischen den Behandlungen einige Tage.

Schauen wir auf die möglichen chemischen Präparate. Flubenol und Flubendazol ist eines davon, wobei auch hier vor allem die Schnecken unter einer Behandlung leiden. Meist gibt es dieses Präparat aber nur in der Apotheke oder im speziellen Fachhandel. Aufpassen heißt es aber auch im Garnelenbecken, denn es kann hier zu gewissen Unfruchtbarkeiten kommen.

Auch das Präparat Panacur soll gegen die Eindämmung der Planarien helfen. Hier handelt es sich um ein Mittel, welches vor allem für die Entwurmung zuständig ist. Auch hier wird man sich dieses von einem Tierarzt verschreiben lassen müssen, da es nicht frei käuflich ist. Bitte die genaue Dosierung dort erfragen.

Egal mit welchem Präparat man Arbeit, eines sollte man auf jeden Fall beachten, denn alle Planarien werden damit absterben. Somit hat man plötzlich jede Menge organische Abfälle im Wasser, was wiederum zu Problemen mit der Wasserqualität führen kann. Deshalb muss man unbedingt alle Reste gut absaugen und auch einen ausgiebigen Wasserwechsel durchführen.

Chemische Mittel gegen Planarien

  • Flubenol
  • Panacur
  • Flubendazol

 

Wie man sieht, ist es schwer die Planarien, haben sie sich erst einmal im Aquarium entsprechend verbreitet, wieder los zu werden. Wir empfehlen eine Mischung aus der mechanischen Entfernung mit Hilfe einer Planarienfalle und zudem einen Gang zum Tierarzt. Gerne kann man auch von erfahrenen vor allem Garnelenzüchtern Rat einholen, denn dort kommen die Plagegeister besonders oft vor.

 

Abschließend haben wir noch ein interessantes Video verlinkt, welches alles nochmal schön zusammengefasst hat.

 

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