Bauanleitung: Luftheber für mehrere Aquarien selber bauen mit Druckdose

Bauanleitung Filter HMF (Hamburger Matten Filter) mit Luftheber und Druckdose: Heute wollen wir euch einige Tipps geben wie man eine Filterung für mehrere Aquarien selber bauen kann. Immer wieder werden diese Fragen auch in Foren gestellt. Gibt es überhaupt eine Möglichkeit mehrere Aquarien über einen Filter zu betreiben? Wie kann man einen Luftheber für mehrere Aquarien bauen? Was ist ein HMF? Wie werden denn Zuchtanlagen gefiltert? Wie funktioniert ein Hamburger Matten Filter? Diese und andere Fragen werdet ihr nach dem durchlesen dieses Artikel selber beantworten können.

 

Luftheber Druckdose selber bauen

 

Was ist ein Luftheber und wie funktioniert er?

Im Grund geht es hier nicht um einen einzigen Filter, sondern vielmehr um die Möglichkeit, in jedem Aquarium einen Filter zu betreiben, welcher aber aus einer zentralen Anlage betrieben wird. Wie bereits in unserem Ratgeber zur Aquarium Filterung vorgestellt, bieten sich die Hamburger Mattenfilter vor allem in Zuchtanlagen an. Sie sind schnell aufgebaut und bieten zudem noch diese Möglichkeit der gemeinsamen zentralen Versorgung mit Luft. Hier kommt der Luftheber ins Spiel.

Mit dem Luftheber wird mit Hilfe der Luft, Wasser durch einen Unterdruck durch den Mattenfilter gezogen und somit eine Filterung des Wassers durchgeführt. Wir haben euch hier auch einige Bilder angefügt die dies verdeutlichen. Zudem findet ihr auch ein Video dazu.

In ein Rohr wird im unteren Teil Luft zugeführt. Diese Luft steigt nach oben und saugt somit unten Wasser an. Dieses Wasser steigt das Rohr hoch und entweicht dann oben mit einem Boden wieder auf der anderen Seite der Filtermatte. Dieses Rohr sitzt zwischen Scheibe und Filtermatte und der Auslass des Rohres ist auf der anderen Seite und geht somit wieder zurück ins Becken. Damit entsteht ein Kreislauf und es findet eine Reinigung des Wassers durch den Mattenfilter statt. Die Filtermatte oder das Filtermedium kann dabei eine unterschiedliche Perforierung aufweisen. Diese wird in PPI angegeben und ist bei stark besetzten Becken meist PPI 10 (Grob) und bei eher schwach besetzten Becken PPI 20 (Feiner). Je nachdem wie fein man filtern will oder muss.

Natürlich kann man sich den Luftheber auch mit einer Filterpatrone am Ende des Rohres bauen oder bereits so fertig kaufen. Es muss nicht immer eine ganze Filtermatte wie bei einem Hamburger Mattenfilter sein. Wie so ein Filter genau aussieht erfahrt ihr in unserem Ratgeber zur Filtertechnik.

 

Die Filterungsmöglichkeiten im Aquarium

 

Luftheber selber bauen

Natürlich kann man auch so einen Luftheber selber bauen. Dies geht recht einfach. Man nimmt ein Rohr und einen Bogen. Der Durchmesser des Rohres ist dabei individuell den Bedürfnissen wie der Größe des Aquariums und der Leistung des Kompressors bzw. der Luftpumpe anzupassen. Am unteren Ende des Rohes bohrt man ein Loch und steckt dort den Schlauch für die Luftzufuhr rein. Im Grunde wars das schon. Natürlich kann man dieses Modell noch wesentlich verfeinern. Mehrere feine Löcher und eine Bandage zum Lufteinlass, um nur ein Beispiel zu nennen. Dazu aber in einem anderen Artikel mehr. Hier soll es ja um die Zentralanlage gehen.

Dennoch hier mal noch ein Video.

 

 

Wie ist der Aufbau so einer zentralen Anlage denn jetzt? Wie baue ich so eine Druckdose?

Kommen wir nun aber zum eigentlichen Thema, einer zentralen Versorgung von mehreren Aquarien mit Luft, so dass in jedem Becken nur der Luftheber montiert werden muss. Dazu werden einige Komponenten benötigt.

 

Welche Komponenten brauch ich denn für die Filterung und die Druckdose?

 

  • Luftheber für jedes Becken. Entweder kaufen oder selber machen
  • Luftschlauch meist aus Silikon vom Luftheber zur zentralen Einheit
  • Abwasserrohr mit einem Durchmesser von 50 mm und einer Länge von 1 – 2 Meter, eigentliche Druckdose
  • Zwei Endkappen für das Abwasserrohr
  • Verteiler oder Absperrhähne für die einzelnen Luftheber
  • Luftnippel für das große Verteilerohr als Auslass zu den einzelnen Aquarien
  • Eventuell noch zweifach Verteiler um immer zwei Becken zu regeln
  • Kompressor / Kolbenkompressor oder Membranpumpe in individueller Größe

 

 

Bauanleitung des Sammelrohres / Druckdose und der Funktion

Im Grunde geht es darum, über ein großes Sammelrohr viele Aquarien mit Luft zu versorgen und damit die Luftheber und die Mattenfilter zu betreiben. Ansonsten müsste man für jedes Aquarium eine separate Membranpumpe installieren. Bei unser Lösung ist nur ein Kompressor bzw. nur eine Lufterzeugung notwendig und es können je nach Leistung viele Becken damit betrieben werden.

 

Kugelhahn Aquarium

 

Schritt 1: Vorbereitung des Abwasserrohres

Man nimmt das Abwasserrohr und kürzt es auf seine gewünschte Länge. Wir empfehlen es aber nicht kleiner wie einen Meter zu machen. Dann werden die Endkappen aufgesetzt. Diese sollten das Rohr dicht abschließen und bei einem Gegendruck auch halten. Notfalls kann man diese auch mit Heißkleber einkleben. Meist reicht aber die Dichtung aus, dass es bei Druck standhält.

 

 

Schritt 2: Anbringen der Luftzufuhr

Hier nimmt man den Silikonschlauch und verbindet diesen auf einer Seite mit dem Kompressor. Es können natürlich auch mehrere Kompressoren hier verwendet werden. Je nachdem ob man einen großen sich kaufen möchte oder vielleicht noch kleinere zur Verfügung hat. Der Silionschlauch wird an der anderen Seite mit dem Wasserrohr verbunden. Wir haben diesen in eine der Endkappen geführt. Dazu werden die Luftnippel benötigt. Diese kann man in das Rohr eindrehen. Zuvor muss man nach Größe entsprechend vorbohren. Auch hier muss man auf Dichtigkeit achten. Natürlich könnte man die Schläuche auch einkleben.

 

 

Schritt 3: Ausgänge und Ableitungen für die Aquarien montieren

Ebenfalls mit dem Luftnippel werden auch die Ausgänge montiert. Diese befinden sich auf dem Abwasserrohr und zwar meist so, dass sie den kürzesten Weg zum jeweiligen Aquarium haben. Die Anzahl der Ausgänge ist abhängig von den zu versorgenden Luftheber. Die Montage der Luftnippel ist gleich wie die der Luftzufuhr.

 

 

Schritt 4: Verbinden der Auslässe mit den Lufthebern

Von den montierten Auslässen werden nun Silikonschläuche zu den jeweiligen Aquarien verlegt und an den Lufthebern angeschlossen. Dazwischen sollte man Absperrhähne montieren. Diese haben die Möglichkeit entweder die Luft komplett abzustellen, oder aber nur die Luftzufuhr entsprechend zu regeln. Meist kann man diese stufenlos regeln, da sich im inneren ein Kugelhahn befindet.

 

Schritt 5: Inbetriebnahme und Funktionsprüfung

Im Grunde warst das bereits und man kann den Kompressor einschalten. Nun muss man prüfen ob in allen Becken auch entsprechend Luft ankommt und diese eventuell nachregulieren. Es kann auch vorkommen, dass die Luft nicht ausreicht. Dann hat man zu wenig Leistung und Fördermenge beim Kompressor. Hat man zu viel, dann lassen sich die Kompressoren stufenlos regulieren. Bei der Erstinbetriebnahme kann es etwas dauern, bis sich Druck im Sammelrohr bzw. der Druckdose aufgebaut hat.

 

 

Die Auswahl des Kompressors

Kompressoren gibt es in verschiedenen Bauformen und Größen. Zudem ist es natürlich entscheidend welche Förderleitungen diese bringen. Für den Aqariumbereich mit wenigen Becken, greift man natürlich nicht auf einen Werkstattkompressor zurück, sondern bedient sich hier kleineren Geräten. Entscheidend ist nicht unbedingt die Leistungsaufnahme in Watt, sondern vielmehr die Förderleistung in Liter pro Stunde. Modell mit 1500 Liter pro Stunde sind sicherlich schon die größeren. Meist wird ein Mittel von 600 l/h ausreichen. Hängt natürlich stark an der Anzahl der Aquarien ab. Zudem spielen noch Faktoren wie die Entfernung der Aquarien und der Verlust der Luft unterwegs eine Rolle. Auch die Größe der Luftheber ist dabei entscheidend. Bei Nano Aquarien benötigt man meist nicht mehr als 80 Liter pro Stunde für ein Becken, wobei wenn man natürlich größere Anlage mit Luft versorgen möchte schnell mal 500 Liter pro Stunden zusammenkommen. Je nach Luftverbrauch sollte man auch die Kompressor Leistung berechnen.

 

 

Für Großbecken gibt es sogar Luftheber welche bis zu 2200 l/h fördern können. Hier wird dann eine Leistung des Kompressors von mindestens 1100 l/h benötigt um ausreichend Luft zu produzieren. Sicherlich aber in einer Zuchtanlage nicht notwendig.

Wir empfehlen auch eine gewisse Reserve einzukalkulieren. Lieber etwas zu viel Luft und diese dann entsprechend Drosseln als zu wenig Luft. Wobei man ja immer auch einen zweiten oder weiteren Kompressor nachrüsten kann.

 

Achtung: Achten sie vor allem im Wohnbereich auf die angegebenen Werte in Sachen Geräuschpegel in DB. Schnell können die Kompressoren sehr laut werden.

 

Kompressor Luftheber Aquarium

 

Wie viele Aquarien kann ich an eine Anlage / Filterung anschließen?

Diese Frage sollten sie nun selber beantworten können. Im Grunde gibt es nach oben keine Grenzen, was die Anzahl der Aquarien, welche an einer Luftdose angeschlossen werden, angeht. Dennoch muss man sich überlegen, ob man die Anlagen nicht vereinzelt. Wie würden empfehlen, dass sie eine Druckdose pro Aquarium Regal nehmen. Damit ist man recht flexibel.

 

Was kostet eine Filteranlage mit Druckdose und Luftheber?

Hier kommt es ganz darauf an, ob sie alles selber bauen, oder ob sie auf den Fachhandel zurückgreifen. Druckdosen kann man bereits fertig kaufen, was aber schnell mit 50€ und mehr ins Gewicht fallen kann. Selber gebaut geht es meist für die Hälfte.

Zudem benötigt man noch einen Kompressor, welcher meist auch bei ca. 50€ liegt.

Die einzelnen Luftheber kosten, wenn man sie fertig kauft rund 10 Euro oder aber man baut sie selber und spart auch hier fast die Hälfte. Dann wird nur noch der Silikonschlauch und die Absperrhähne gebraucht. Zudem müsse sie noch die Hamburger Filtermatten einkalkulieren. Hier kann man sich aber auch große Matten kaufen und diese dann entsprechend zuschneiden.

Sollte man nur zwei Aquarien haben wird sich diese Anschaffung aus finanzieller Sicht nicht lohnen. Bei 10 oder mehr Becken jedoch schon. Hier kann man mit rund 200 Euro 10 Becken filtern.

Mal abgesehen von den Kosten ist man mit so einer Anlage nicht nur flexibel, sondern erzielt auch eine ausgezeichnete Filterleistung. Auch die Wartung ist sehr einfach. Bei den Kompressoren muss man nicht viel machen und die Mattenfilter reinigt man wie bei einem normalen Filter unter fließendem Wasser.

Wer noch Fragen hat der kann diese gerne bei uns im Forum

Forum Aquaristik.org

 

 

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