Alles über Grünalgen – Chlorophyta

Grünalgen (Chlorophyta): Algen im Aquarium sind leider eines der häufigsten Probleme der Aquarianer. Vor allem die am weitesten verbreiteten Algen wie die Grünalgen (Chlorophyta). Diese Art kommt sehr oft im Aquarium vor. Sei es in verschiedenen Unterformen wie den Fadenalgen, Schwebealgen, Fusselalgen, Haaralgen, Punktalgen, Pelzalgen und Staubalgen. Spricht man von diesen, dann handelt es sich immer um die Gattung Grünalgen (Chlorophyta). In diesem Ratgeber und Informationsartikel fassen wir alles wesentliche zusammen, was man vor allen in Sachen Erkennung der Algen im Aquarium und Bekämpfung der Grünalgen (Chlorophyta) wissen muss.

 

Wo kommen die Grünalgen (Chlorophyta) denn vor?

Zuerst möchten wir einen Blick darauf werfen, wo sich die Algen denn bemerkbar macht und wo sie denn Vorkommen. Im Salzwasser wird man nur wenig Grünalgen finden, denn sie kommen überwiegend im Süßwasser und dem damit verbundenen Plankton vor. Dennoch scheint es einige Unterarten zu geben, welche sich auch im Bereich der Küste in den Meeren verbreiten.

Die Literatur kennt bei der Gattung der Grünalgen mehr als 8000 Arten und damit ist sie die wohl vielfältigste Algenart. Gut, dass diese aber nicht alle in unseren heimischen Aquarien vorkommt. Hier sind die oben aufgeführten die wohl wesentlichen. Vor allem mit Fadenalgen oder auch Cladophora genannt, haben einige Aquarien zu kämpfen. Diese Art der Grünalge könnte man noch weiter unterteilen, denn alleine bei den Fadenalgen gibt es verschiedene Unterarten, welche alle auch einen lateinischen Namen besitzen. Dies ist aber bei der Bestimmung und Bekämpfung bei uns im Aquarium nicht notwendig diese zu wissen. Wer dazu noch mehr Informationen benötigt, der findet dies in einschlägiger Literatur

 

 

Schauen wir uns jetzt die einzelnen Arten mal genauer an:

 

Fadenalgen

Fadenalgen kommen nicht nur im Aquarium vor, sind oft auch im Teich anzutreffen. Viele der hier angeführten Bekämpfungsmaßnahmen gelten auch für die Fadenalgen im Teich. De Bestimmung der Fadenalgen ist recht einfach und anhand nur weniger Bilder möglich. Dazu verweisen wir auch auf unseren Artikel zur Bestimmung der Algenarten. Dort gibt es auch Bilder der Fadenalgen

 

Fadenalgen bestimmen
Fadenalgen © Lucas Temmen Aquafreaks Facebook

 

Bevor wir auf die Bekämpfung kommen, noch einige Dinge warum diese Art der Algen denn überhaupt auftritt. Wer sein Aquarium neu eingerichtet hat, wird meist bereits nach einigen Tagen die Vermehrung dieser Algen feststellen. Dies ist im Grunde auch nicht schlimm und völlig normal. Die Pflanzen sind noch nicht angewachsen und deshalb verbrauchen diese auch noch wenig Nährstoffe. Dieser Überschuss an Nährstoffen führt dazu, dass sich Algen schnell verbreiten können. Nach einiger Zeit stellt sich hier ein Gleichgewicht ein und es kommt zur Reduzierung der Fadenalgen.

Ein weiterer Grund, dass sich Fadenalgen überhaupt in einem Aquarium verbreiten können, sind auch falsche Wasserwerte. Hier ist oft ein falsches Verhältnis zwischen Co2 und auch Magnesium, Phosphat oder Kalium die Ursache. Auch das Verhältnis von Nitrat zu Nitrit ist hier ausschlaggebend. Ist zu wenig Nitrat vorhanden, kommt es auch zur Stagnation des Wachstums der Wasserpflanzen. Jedoch sind die Algen hier weniger betroffen und diese gedeihen dennoch weiter.  Mehr zur Aquarienchemie findet ihr auch in unserem großen Ratgeber dazu.

 

 

Auch die Beleuchtung spielt vor allem bei neu eingerichteten Becken eine große Rolle. Hier wird meist zu stark und zu lange beleuchtet. Dieses Licht sorgt dann für die Verbreitung der Fadenalgen. Die Pflanzen benötigen zu dieser Zeit nur wenig Licht, da sie noch keinen oder nur sehr wenig Nährstoffe verbrauchen und eine Photosynthese nur sehr gering stattfinden kann. Deshalb sollte man auch hier die Dauer des Lichtes entsprechend reduzieren und erst Schritt für Schritt nach oben fahren.

Fassen wir nochmal die Gründe für Fadenalgen zusammen:

 

  • Meist bei Neueinrichtung eines Aquariums
  • Nährstoffgleichgewicht besteht noch nicht
  • Wasserwerte passen noch nicht
  • Neue Pflanzen sind noch nicht angewachsen
  • Zu viel Licht in der Anfangsphase
  • Nitrat fehlt meist, da der Stickstoffkreislauf noch nicht funktioniert

 

Was kann man also tun, wenn es zur Bildung von Fadenalgen kommt. Auch dazu haben wir in unserem Ratgeber zur Bekämpfung schon einiges aufgeführt, wollen dies aber nochmals erläutern.

 

 

Zuerst sollte man die Beleuchtungsdauer drastisch reduzieren. Bei der Neueinrichtung, sollte man diese halbieren und dann Schritt für Schritt nach oben fahren. Bewährt hat sich hier eine Beleuchtungsdauer von 5 bis 6 Stunden pro Tag und dann im halb Stunden Takt diese nach oben fahren.

Sollte es um ein bereits eingefahrenes Aquarium handeln, dann hilft unter Umständen auch die Dunkelkur. Was sich dahinter verbirgt findet ihr hier.

 

 

Natürlich muss auch immer die mechanische Bekämpfung der Algen hier erwähnt werden. Fadenalgen lassen sich recht einfach entfernen. Dazu nimmt man einen Stab, wie zum Beispiel die Aquarienzange und wickelt die Algen darum. Somit kann man diese schnell aus dem Becken bekommen. Auch die Reinigung von Gegenständen ist hier möglich.

Natürlich sollte man auch die Nährstoffe entsprechend anpassen. Dabei spielen vor allem Co2, Phosphat, Nitrat, Magnesium, Eisen, Kalium und weitere Makronährstoffe eine große Rolle. Hier wollen wir auch auf unseren Ratgeber zur Düngung von Wasserpflanzen verweisen. Jede Pflanzenart benötigt hier etwas andere Zusammensetzungen von Nährstoffe, so dass es wenig Sinn macht feste Werte zu vergeben.

 

 

Vielleicht fragen sie sich jetzt, was denn die Wasserpflanzen mit den Algen zu tun haben. Nur wer schöne Pflanzen hat, welche vor allem sehr gut wachsen wird auf Dauer kein Algenproblem haben. Die Nährstoffe werden den Algen entzogen. Deshalb spielt auch die Auswahl der Pflanzen eine wichtige Rolle um den Fadenalgen an den Leib zu gehen. Vor allem sollte man hier auf schnellwachsende Pflanzen setzen.

Sollten die konventionellen Methoden nicht ausreichen, denn kann man natürlich auch andere Methoden mit verschiedenen chemischen Zusätzen hier verwenden. Zum einen sei hier vor allem der Zusatz von Wasserstoffperoxid zu nennen. Diesen findet man in den vor allem beim Nano Bereich eingesetzten Oxydatoren. Hier wird reines H2O2 ausgeströmt, welches vor allem direkt auf das Wachstum der Pflanzen eine Wirkung haben soll. Gleichermaßen kommt es zur Reduzierung der Algen.

Natürlich gibt es im Handel auch jede Menge Algenmittel (AlgenExit, Easy Carbo, Algenex…) welches die Reduzierung der Algen versprechen. Viele dieser Versprechen werden auch gehalten. Meist werden diese im Aquarium Wasser entsprechend gelöst. Man kann hier aber auch mit einer Direkt Vernebelung arbeiten, indem man die Zusätze mit Hilfe einer Spritze nur an die betroffenen Stellen gibt. Natürlich macht dies nur Sinn, wenn nicht alle Stellen betroffen sind und die Fadenalgen nur Punktuell vorkommen.

 

 

Fast bei allen Arten von Grünalgen – Chlorophyta, kann man sich mit bestimmten Algenfressenden Tieren behelfen. Sei es mit gewissen Arten von Schnecken oder Garnelen, oder aber auch mit speziellen Arten von Fischen. Diese stellen wir euch in einem separaten Artikel genauer vor.

Letztendlich gibt es auch noch die Möglichkeit die Fadenalgen mit neuartigen technischen Geräten Herr zu werden. Algenbekämpfung mit dem Twinstar oder dem Aquarium Fresher können hier Erfolge zeigen. Auch der Einsatz eines UV Klärers ist hier sehr wirksam.

 

Fassen wir auch hier die wichtigsten Punkte zur Bekämpfung der Fadenalgen zusammen:

 

  • Beleuchtungsdauer anpassen
  • Schrittweise Verlängerung der Beleuchtungsdauer
  • Mechanische Entfernung der Fadenalgen
  • Anpassen der Nährstoffe
  • Düngung der Wasserpflanzen
  • Schnellwachsende Pflanzen einsetzen
  • Wasserstoffperoxid
  • Oxydatoren
  • Chemische Bekämpfung der Algen
  • Direkt Vernebelung
  • Algenfressende Tiere einsetzen
  • Twinstar zur Fadenalgenbekämpfung
  • Aquarium Fresher zur Bekämpfung
  • Einsatz eines UV Klärers

Pelzalgen

Das Erscheinungsbild von Pelzalgen ist recht eindeutig und meist auch bereits in der Einlaufphase eines Aquariums zu finden. Hier bilden sich auf Einrichtungsgegenstände eine Art Pelz welcher grün ist und sich sehr flauschig anfühlt. Auch die Pelzalgen gehören zu den Grünalgen – Chlorophyta und kommen recht häufig vor. Im Grund gibt es was die Bekämpfung angeht, nur wenig Unterschiede zu den Fadenalgen. Auch die Entstehung der Algen ist recht eindeutig.

 

Pelzalgen bestimmen
Pelzalgen © Peter Hoffmann Aquafreaks Facebook

 

In den ersten Tagen und Wochen eines neuen Aquariums kommen diese Algen zur Geltung. Meist verschwinden diese auch recht schnell wieder ohne jegliches zutun. Deshalb sollte man sich hier auch in Geduld beweisen. Wirksam ist hier vor allem der Lichtentzug und dieser sollte auch vor den anderen Methoden versucht werden. Fassen wir die wichtigsten Bekämpfungsmittel zusammen und legen den Schwerpunkt hier auf die Pelzalgen. Dies soll aber nicht heißen, dass auch andere Methoden wirksam sein können.

 

  • In der Einfahrphase abwarten
  • Nährstoffzugabe entsprechend der Bepflanzung
  • Bei älteren Becken Dunkelkur durchführen
  • Fressfeinde einsetzen wie die Amano Garnelen

 

Haaralgen

Der Übergang zwischen den Pelzalgen, Fadenalgen und auch Haaralgen ist meist fließend und wir sind uns sicher, dass dieser auch sehr schwer auseinanderzuhalten ist. Deshalb wird es auch schwer hier andere Bekämpfungsmaßnahmen zu äußern wie die der vorangegangenen Pelzalgen und Fadenalgen. Dennoch sollte man den Begriff mal gehört haben und wissen, dass es sich auch bei den Haaralgen um eine Unterart oder Gattung der Grünalgen – Chlorophyta handelt.

Im Grunde würden wir auch hier nachfolgenden Schritten vorgehen:

 

  • Kontrolle der Wasserwerte
  • Düngungen der Pflanzen nach den festgestellten Bedürfnissen
  • Durchführen einer Dunkelkur
  • Reduzierung der Beleuchtungsdauer
  • Einsetzen von schnellwachsenden Pflanzen
  • Fressfeinde wie Garnelen oder Fische einsetzen
  • Mechanische Entfernung und Reinigung
  • Einsatz von technischen Hilfsmitteln (Twinstar, Aqua Fresher oder UV Klärer)
  • Chemische Bekämpfung

 

Fusselalgen

Und noch eine Art der Grünalgen – Chlorophyta. Im Grunde könnte man diese Art auch mit den kleinen Geschwistern der Fadenalgen bezeichnen, denn meist zu Beginn oder im Bereich der Entstehung sehen diese beiden Arten recht ähnlich aus. Sie wachsen meist auf den Blättern der Pflanzen und bilden dort kleine Fäden, welche wie Fusseln aussehen. Auch Pelzalgen können im Anfangsstadium sehr ähnlich aussehen. Auch hier ist eine genaue Definition recht schwer und deshalb auch die Behandlung eher großflächig und allgemeiner durchzuführen.

Auch bei der Entstehung kann man hier vor allem auf die Anfangsphase eines neuen Aquariums den Schwerpunkt legen. n Eingefahrenen und älteren Aquarien kommt die Fusselalge recht wenig vor. Meist entsteht sie dann, wenn es noch kein Gleichgewicht im Aquarium gibt. Makronährstoffe sind meist nicht vorhanden oder in einem Übermaße vorhanden. Wasserpflanzen sind noch nicht angewachsen und nehmen diese Makronährstoffe noch nicht auf. Dies sind die wohl häufigsten Ursachen, dass es zu dieser Grünalgen – Chlorophyta Art kommt.

Die Bekämpfung ist im Grunde Adäquat zu den oben beschriebenen, wobei man hier zuerst sich Geduldig beweisen sollte.

 

  • Abwarten und erst dann handeln
  • Fressfeinde von Beginn an im Aquarium schaffen hier Ruhe

 

Die weiteren Punkte kann man bei den Faden oder Pelzalgen entsprechend entnehmen.

 

 

Schwebe Algen und Staub Algen

Bei der letzten hier beschriebenen Gattung der Grünalgen – Chlorophyta, kommen wir zu den Schwebealgen und Staubalgen. Beide kann man recht einfach und leicht von dem anderen Unterscheiden, denn sie färben das Wasser in einem fortgeschrittenen Stadium grün. Das lässt ein Aquarium schnell mehr als unansehnlich aussehen. Oft liest man in diesem Zusammenhang auch das Wort der Algenblüte. Diese Schwebealgen setzen sich nicht an Gegenständen ab, sondern sind frei im Aquarium Wasser gelöst. Algensporen bilden sich hier im Wasser. Diese Schwebealgen bilden die Phytoplankton, welche von vielen Tieren gerne gefressen werden. Mist aber nicht von unseren Bewohnern im Aquarium.

Wie entsprechen aber die Grünalgen – Chlorophyta? Diese sind häufig dann anzutreffen, wenn man beim Einrichten des Aquariums sich den falschen Platz rausgesucht hat und es zu einem direkten Sonneneinfall in das Becken kommt. Dann entstehen schnell die Schwebealgen. Ach kann man diese in einem Aquarium mit den falschen Wasserwerten oft feststellen. Deshalb sollte auch hier die Kontrolle zuerst der Griff zu den Wasserwerten sein. Tröpchentests oder Streifentests machen dies schnell möglich.

Abhilfe gibt es hier recht schnell und einfach mit dem Einsatz eines UV Klärers, welcher nur wenige Euros kosten und meist auch nach einigen Tagen wieder entfernt werden kann. Er kümmert sich um die freischwebenden Algen im Aquarium. Auch kann ein vermehrter Wasserwechsel hier Sinn machen. Zudem haben wir bereits Erfolge mit der Dunkelkur und Reduzierung der Beleuchtungsdauer gemacht. Fassen wir zusammen:

  • Genaue Kontrolle der Wasserwerte
  • Dunkelkur durchführen
  • Beleuchtungsdauer reduzieren
  • UV Klärer einsetzen
  • Richtigen Standort wählen

 

Vor allem was den letzten Punkt angeht, wollen wir nochmals auf den Einrichtungsleitfaden und die Planung eines Aquariums eingehen. Hier werden meist die entscheidenden Fehler gemacht, welche sich später dann nur mit einem recht großen Aufwand wieder beheben lassen.

Anschließend noch einen Satz. Nicht jedes der oben aufgeführten Mittel zur Bekämpfung der Grünalgen ist einfach durchzuführen. Viele lassen sich einfach durchführen, bei anderen Methoden wiederum bedarf es etwas Wissen und Einarbeitung. Dennoch sollte jeder hier zumindest einige Schritte durchführen können um eine Chancen auf ein algenfreies Aquarium zu haben. 

 

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