Vergesellschaftung Zierfische: Welche Fische passen zusammen im Gesellschaftsaquarium?

Immer wieder stehen vor alle, Anfänger vor dem Problem der Vergesellschaftung ihrer Zierfische. Aquarium Fische in Gruppen zu halten und mit anderen zu Vergesellschaften ist nicht einfach, denn es müssen einige Dinge wie Anforderungen an das Wasser und die Werte, soziales Verhalten, Herkunft und auch das Revierverhalten beachtet werden. In unserem Ratgeber erklären wir auf was sie achten müssen bei der Vergesellschaftung. In weiteren Artikel gibt es dann Besatz Beispiele für Aquarien von 54, 60, 100, 200, 240 und 300 Liter Volumen.

 

ergesellschaftung Aquarium

 

Welche Fische passen zu welchen?

Diese Frage stellen sich nicht nur Einsteiger, sondern oft auch erfahrene Aquarianer die einem neuen Besatz anstreben. Auch Umsteiger von Garnelen oder Krebsen auf Zierfische oder auch andersrum suchen nach dieser Frage. Hier wollen wir die grundsätzlichen Anforderungen von Zierfischen und deren Gesellschaftung erläutern.

Einsteiger suchen sich meist die Fische im Zoofachhandel oder Online rein nach der Optik aus. Dabei werden entscheidende Fehler gemacht.

Zierfische werden bei den Händlern meist noch als Jungfische angeboten. Informiert man sich nicht über die genauen Anforderungen, dann kann man schnell entscheidende Fehler machen, denn ausgewachsenen erreichen sie ganz andere Größen.

Faktoren zur Bestimmung der Vergesellschaftung

Aber bevor man eine genaue Auswahl treffen kann, muss man sich zuerst die Faktoren anschauen, welche dies beeinflussen. Nicht nur die Größe ist dabei entscheidend, sondern noch einiges mehr. Welche Faktoren das sind, erfahrt ihr nachfolgend.

Zierfische Vergesellschaftung

Die Größe und Form der Fische

Aquarienfische können von ganz winzig bis sehr groß werden. Meist sieht man das beim Kauf nicht unbedingt, denn als Jungfische sind sie alle noch recht klein. Auch die Fachverkäufer weisen einen zum Teil mangels Kompetenz nicht wirklich darauf hin. Deshalb muss man sich im Vorfeld selber informieren. Zierfische wie Skalare oder Diskus werden mehrere cm groß (20 cm und mehr) und benötigen somit auch eine entsprechende Größe von einem Aquarium.

Nicht nur die Größe ist dabei aber entscheidend, sondern auch die Form der Fische. Dabei kommt es darauf an ob es eher hochflossige oder hohe Fische sind, oder eher schmale und langgezogene Formen. Je nachdem muss auch das Aquarium eine entsprechende Form haben.

Nennen wir mal einige Beispiele um dies zu verdeutlichen.

Ein Diskus oder Skalarbecken benötigen Aquarien ab einer Höhe von 60 cm, wobei es bei Platy, Guppy, Schwertträger oder den Salmlerarten keinen Rolle spielt wie hoch dieses ist. Hier gingen bereits Modelle ab 40cm. Auch bei Barscharten (Cichliden) ist es nicht notwendig besonders hohe Becken zu haben.

 

Aquariumgröße abhängig von der Größe und Form der Fische

Wie bereits oben erwähnt ist es also abhängig welche Fische man mit welchen Vergesellschaften kann, ob diese auch die gleichen Größen bzw. Formen annehmen und somit das Aquarium entsprechend passt.

Natürlich könnte man jetzt sagen, dass dies doch nichts mit der Vergesellschaftung zu tun hat, sondern eher mit dem Aquarium, aber wir erleben es immer wieder, dass in einem Gesellschaftsaquarium Arten miteinander vergesellschaftet werden, welche gut passen würden aber das Aquarium einfach nicht dazu passt.

Neben der Höhe des Aquariums spielt auch noch die Kantenlänge eine entscheidende Rolle. Jeder Fisch benötigt aufgrund seiner Größe ein anderes Aquarium. Meist kann man dies anhand der Größe in cm ableiten. Dabei ausschlaggebend ist die Literzahl des Beckens.

Machen wir mal ein Beispiel: Fische mit einer Größe bis 5 cm benötigen rund 2 Liter pro Körperlänge (10 Liter), Fische mit 10 cm Körperlänge benötigen rund 3 Liter pro Körperlänge (30 Liter).

 

 

Beispiel

 

  • bis 3 cm 1 Liter
  • 3 bis 5 cm 1,5 Liter
  • 6 bis 9 cm 2 Liter
  • 10 bis 12 cm 3 Liter
  • 13 bis 20 cm 4 Liter
  • über 20 cm ab 5 Liter

 

Wir wollen hier aber nicht auf die Besatzstärke genauer eingehen und mehr auf die Vergesellschaftung. Deshalb gibt es mehr Infos zur Besatzstärke unter dem folgenden Artikel.

 

Wie viele Fische passen in mein Aquarium?

 

Aber Achtung: Diese Formel sollte man, wenn dann nur als Richtwert nehmen. Viel mehr Faktoren spielen hier eine Rolle. Siehe dazu den separaten Artikel.

 

Merke: Wenn sie in Sachen Form und Größe flexibel sein wollen, dann müssen sie sich ein Aquarium über 60cm Höhe und am besten auch mit einer entsprechenden Kantenlänge von mehr als 120cm zulegen. Dann erreichen sie meist auch Becken von über 240 Liter Inhalt.

 

Das Schwimmverhalten der Fische

Viel wichtiger bei der Vergesellschaftung ist das Schwimmverhalten der Zierfische welche vergesellschaftet werden sollen. Dies hat zwar auch etwas mit der Größenanforderung der Aquarien zu tun, aber hier geht es um die Vergesellschaftung.

Die einzelnen Arten von Zierfischen haben meist auch unterschiedliche Schwimmverhalten. Schnelle Schwimmer, langsame Schwimmer, hektische Schimmer und fast gar keinen Schwimmer. Alles ist zu finden und verträgt sich nicht unbedingt untereinander. Sei es langsame Bodenwelse oder aber auch schnelle Welsarten. Freischwimmer in großen Gruppen oder auch Einzelfische. Die Steckbriefe der Zierfische sollten hier beachtete werden.

Beim Schwimmverhalten kann aber auch noch ein weiteres Kriterium eine Rolle spielen. Der Schwimmbereich. Hier kommt es darauf an, ob die Fische eher an der Oberfläche leben, oder aber eher am Boden. Es gibt auch sogenannte Mittelschwimmer und ebenso Fische welche alle Bereiche für sich beanspruchen. Dies sieht man bereits an der Mundform in welchem Bereich sie Futter aufnehmen.

 

 

Auswahl nach der Herkunft

Auch die Herkunft ist für die Gesellschaftung entscheidend. Wie auch beim Menschen, so gibt es auch bei Tieren und Zierfischen unterschiedliche Sozialverhalten. Auch in Sachen Wasserwerte spielt die Herkunft eine große Rolle. So wird man ein Malawi Becken nie mit Diskus besetzten können.

 

Auswahl nach den Wasserwerten und Anforderungen?

Jeder Zierfisch, oder besser gesagt jede Art, hat andere Anforderungen an die Wasserbedingungen. Dabei sind meist folgenden Werte zu beachten:

 

  • Wassertemperatur
  • PH Wert
  • Gesamthärte GH
  • Karbonathärte KH

 

Beginnen wir bei der Wassertemperatur. Nehmen wir mal an sie wollen Kaltwasserfische halten wie zum Beispiel Goldfische und diese mit Salmler oder noch schlimmer Diskus vergesellschaften, welche es lieben bei rund um 30 Grad gehalten zu werden. Kann das gut gehen? Sicherlich nicht. Fische sind wechselwarme Tiere und passen deshalb ihre Körpertemperatur an das Wasser an. Schnell würden diese Fische im kalten Wasser ihren sicheren Tod finden.

 

Auch der PH Wert welcher ja aussagt ob das Wasser neutral (Um die 7 PH), Sauer (Unter 7 PH) oder bastisch / alkalisch (über 7 PH), ist bei der Auswahl entscheidend. Meist hat dieser ebenso mit der Herkunft und dem Verbreitungsgebiet zu tun.

 

Bei der Gesamthärte des Wassers, welche meist auch sehr mit der Karbonathärte zusammenhängt, haben Zierfische ebenso sehr unterschiedliche Anforderungen. So werden Fische aus sehr hartem Wasser wie die Cichliden nur bedingt mit Fischen aus sehr weichem Wasser wie Fadenfische oder auch Salmler (Trauermantelsalmler, Perusalmler) zu vergesellschaften sein. Jede Art hat hier eher einen Hang zu hart und alkalisch oder weich und sauer. Die Härte des Wassers ist meist auch ein Zusammenhang mit dem PH Wert.

 

 

Auswahl nach dem sozialen Verhalten?

Beim Sozialverhalten der Fische kommt es auf die Form der Haltung an. So gibt es auch hier vier Grundgruppen wie man die Zierfische unterscheiden kann:

 

  • Schwarmfische
  • Gruppenfische
  • Paarfische
  • Einzelfische

 

Wie die Namen bereits sagen, kommt es hier darauf an in welche Mengen oder Gruppen man diese halten soll. So macht es auch hier keinen Sinn zum Beispiel einen Rotkopfsalmler oder aber auch einen Schrägschwimmer, sowie ein Neonsalmler oder Kupfersalmler einzeln oder nur in kleinen Gruppen zu halten. Hier sollte man mindestens 10 besser 20 Fische oder mehr in einem Schwarm halten

Die Grenze zwischen einem Schwarm und einem Gruppenfisch ist meist fließend und kann nicht unbedingt an der Zahl festgemacht werden. Dennoch fühlt sich ein Gruppenfisch bereits mit 4-6 Fischen seiner Art und Gattung sehr wohl. Hier müssen es nicht gleich 20 Fische oder mehr sein, was bei manchen vor allem groß werdenden Arten auch recht schwer wird. Zum Beispiel könnte man hier den Diskus oder aber auch Skalare nennen. Diese fühlen sich in kleinen Gruppen sehr wohl. Wobei es bei letzterem auch zu Problemen kommen kann.

 

 

Bei paar Zierfischen oder paarweise zu haltenden Zierfischen, gibt es bei einigen auch die Möglichkeit diese in Gruppen zu halten. So sind zum Beispiel die Fadenfische, sei es der Zwergfadenfisch oder aber auch marmorierte Fadenfische oder andere Labyrinthfische zu nennen. Sie fühlen sich als Paar besonders wohl und sollte nicht zu dritt gehalten werden. Wenn dann muss man auf zwei Paar setzen, was aber schon ein entsprechendes Rivalen Verhalten auslösen könnte.

Einzel zu haltenden Fische gibt es eher weniger und machen in einem so kleinen Lebensraum wie dem Biotop unseres Aquariums auch keinen Sinn. In der freien Natur mag dies anders sein.

Beim Sozialverhalten spielt aber nicht nur die Einteilung in Gruppen oder Größen eine Rolle, sondern hier kann auch noch das allgemeine Verhalten eine Rolle spielen. Angefangen von einem Fressverhalten bis hin zu einem eher scheuen Tier oder einem lebhaften und aufmerksamen Tier. Viele Zierfische haben hier ihre ganz speziellen Eigenheiten.

Aufpassen sollte man auch bei der Zucht, denn hier herrschen nochmals andere Anforderungen vor allem dann, wenn der Nachwuchs da ist. Nicht umsonst sind bestimmte Arten in einem Gesellschaftsbecken kaum oder gar nicht zu züchten.

 

Auswahl nach der Revierbildung oder dem Revierverhalten?

Ein weiteres Kriterium was die Auswahl der richtigen Fische, welche vor allem auch zueinanderpassen, sein kann, ist das sogenannte Revierverhalten bzw. die Revierbildung.

Hier heißt es sich ebenso vorab genau in den einzelnen Steckbriefen der Fische zu informieren. Es gibt äußerst revierbildende Fische, welche dann auch sehr aggressiver werden können. Diesen muss man natürlich auch den entsprechenden Platz anbieten.

Vor allem Cichliden bilden gerne Reviere und lassen dann auch keinen anderen Fisch in dieses eindringen. Aber auch Skalare oder diverse Welsarten können Reviere bilden um sich vor anderen Fischen zu schützen.

Dabei muss man aber unterscheiden ob es sich um ständige Reviere handelt oder nur um in gewissen Zeiten gebildete Reviere. Dies kann vorkommen, wenn Fische Laichen oder Junge bekommen. Meist bilden sie dann auch Reviere um somit ihren Nachwuchs zu schützen. Oder aber auch wenn es um die Paarung geht. Dann können Männchen schon mal gewisse Bereich für sich abgrenzen, welche aber meist nur von kurzer Dauer sind.

Kritischer wird das Ganze, wenn revierbildende Fische im Becken sind und diese ständig ihr Revier abstecken. Dieser Lebensraum entfällt somit für die restlichen Bewohnern.

 

Die wichtigsten Punkte zur Gesellschaftung von Zierfischen – Zusammenfassung

Abschließend wollen wir nochmals die wichtigsten Punkte zusammenfassen, was sie unbedingt tun sollten, bevor sie sich auf den Weg zum Fachhändler oder in den Onlineshop machen um Zierfische für ihr Aquarium zu kaufen.

 

Das müssen sie vor der Auswahl der Zierfische beachten

 

  • Nehmen sie sich genug Zeit: Oft sind schnelle Entscheidungen nicht die Besten. I
  • nformieren sie sich in den Steckbriefen der Fische
  • Schauen sie sich Einrichtungsbeispiele und Besetzungsbeispiele an
  • Berechnen sie die Menge der Fische welche in ihr Becken passen. Egal ob 54, 60, 100, 120, 200, 240, 300, 350 oder noch mehr Liter
  • Wie sind die Anforderungen im Sozialverhalten der Fische?
  • Wie sind die Anforderungen bei den Wasserwerten?
  • Stimmen die Herkunftsländer?
  • Wie sieht es mit der Revierbildung aus?
  • Gruppenfische, Schwarmfische oder Paarfische?
  • Schwimmverhalten der Fische Futterverhalten der Fische

 

Nimmt man sich diese Punkte genauer vor, bei der Auswahl stellt man schnell fest ob die Fische passen oder nicht. So erlangt man bei der Vergesellschaftung eine gewisse Sicherheit und macht keinen typischen Anfängerfehler.

Auswahl nach der Optik und dem Preis?

Eines sollten sie jedoch nicht machen. Fische rein nach der Optik auswählen. Leider passiert dies sehr oft und man liest Beispiel wie ein Feuerschwanz in einem 54 Liter Aquarium, obwohl dieser da nie reingehört.

Die Optik ist natürlich entscheidend, aber sie darf nie das einzige Kriterium bei der Vergesellschaftung sein. Meist entfalten sich Zierfische auch erst richtig, wenn sie zum Beispiel in einem großen Schwarm gehalten werden. Man nimmt hier nur mal die große Gruppe der Salmler. 5 Neonsalmler machen nicht unbedingt ein schönes Bild, aber eine Gruppe mit 50 Tieren schon.

Gehen sie lieber nicht so sehr auf die Optik und viel mehr auf den Lebensraum und die Bedürfnisse der Fische ein.

 

Dazu gehört natürlich auch der Preis. Auch dieser darf nicht die Auswahl der Fische zu sehr beeinflussen, dass man natürlich darauf achten muss ist klar, aber dann empfehlen wir lieber Schritt für Schritt Fische einzusetzen und so sein Budget einzuhalten.

 

 

 

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