Bekämpfung und Beseitigung der Algen

Algen im Aquarium – Bekämpfung und Beseitigung der Algen: Nachdem wir im ersten Artikel zu Algen im Aquarium auf die Bestimmung eingegangen sind, geht es im zweiten Teil darum, wie man die jeweilige Algenart wieder aus dem Aquarium bekommt. Die Bekämpfung der Algen stellt nicht immer dieselben Probleme da. Meist kommt es darauf an, welche Algen es sind. Sei es Fadenalgen, Bartalgen, Braunalgen, Pinselalgen, Staubalgen, Grüne Schmieralgen, Algenblüte, Kieselalgen, Rot Algen oder auch andere Algenarten. Kritisch wird es vor allem, wenn es Mischformen sind, dann ist es nicht nur schwer die genaue Bestimmung zu haben, sondern auch die Bekämpfung wird ein größeres Problem.

 

Algen bekämpfern

 

Alles über die Bestimmung der verschiedenen Algenarten

 

Grundsätzliche Unterscheidung der Methoden zur Bekämpfung

Bevor wir auf die einzelnen Arten von Algen und den entsprechenden Möglichkeiten zu sprechen kommen, sollten wir die grundsätzlichen Möglichkeiten der Bekämpfung uns anschauen. Diese könnte man wie folgt unterteilen:

 

  • Bekämpfung mit chemischen Mittel und Zusätzen
  • Bekämpfung durch natürliche Fressfeinde wie Garnelen, Fische oder auch Schnecken
  • Bekämpfung mit Veränderungen bei den Wasserwerten (Einbringung von CO2, Osmosewasser usw.)
  • Bekämpfung durch eine Dunkelkur
  • Mechanische Bekämpfung Bekämpfung durch abwarten der natürlichen Haltbarkeit

 

Jede dieser Möglichkeiten hat seine Vor- und Nachteile und der Einsatz der jeweiligen Methode hängt sehr stark davon ab, welche Algenart man lokalisiert und bestimmt hat.

 

Alles über die Bestimmung der verschiedenen Algenarten

 

Kommen wir nun aber zu den einzelnen Arten.

 

Blaualgen und Schmieralgen bekämpfen

Beginnen wir mit der Schmier und Blaualgen, welche vor allem recht schnell auftreten kann. Wer diese Art bei sich feststellt sollte recht schnell handeln, denn ansonsten kann die Ausbreitung nicht mehr aufgehalten werden. Meist kommen Blaualgen zustande, weil die Wasserwerte nicht mehr passen. Ein Ungleichgewicht entsteht. Der Nährstoffhaushalt ist somit nicht mehr ausgeglichen. Ein wahrer Nährboden für die Schmieralgen. Misst man seine Wasserwerte, dann stellt man schnell einen hohen Wert an Phosphat fest. Dieser kann auch mit dem Filter zu tun haben.

Was kann man denn nun tun gegen die Blaualgen? Hier zeigen wir euch Schritt für Schritt was zu tun ist bei einem Befall von Blaualgen:

 

  • Mechanisches Absaugen der Algen
  • Gleichzeitig wird ein großer Wasserwechsel durchgeführt
  • Überprüfe des Filters und der Durchströmungsrate
  • Verkürzung der Beleuchtungsdauer
  • Durchführen einer Dunkelkur
  • Fische oder Garnelen bringen hier nichts

 

Wie man eine Dunkelkur durchführt könnt ihr euch hier nachlesen. Im Grunde geht es darum, das Aquarium für mehrere Tage komplett zu verdunkeln und somit den Blaualgen die Nährstoffe wegnehmen. Die Dunkelkur ist wohl das beste Mittel gegen Schmieralgen. Wir selber haben damit bereits sehr gute Erfahrungen gemacht.

 

 

Die große Gruppe der Grünalgen

Fadenalgen bekämpfen

Leider auch sehr oft verbreitet sind die Fadenalgen. Was harmlos anfängt kann sich zu einem über das ganze Aquarium ausbreitenden Fadenalgen Teppich verstärken. Auch damit haben wir bereits viele leidvolle Erfahrungen gemacht. Dennoch gibt es auch hier gute Möglichkeiten diese Algen entweder erst gar nicht entstehen zu lassen oder aber zumindest wieder in den Griff zu bekommen. Aber auch hier hat es einige Gründe warum es zu Fadenalgen kommt. Meist hat dies mit der Bepflanzung und den Wasserwerten zu tun.

 

  • Zu geringe AnzahlWasserpflanzen
  • Zu wenig CO2 für das Wachstum der Pflanzen
  • Zu wenig Nitrat für das Wachstum der Pflanzen
  • Zu wenig Phosphat für das Wachstum der Wasserpflanzen

 

Wer sich noch an unseren Artikel zur Aquarienchemie erinnern kann, der weiß auch dass Nitrit und Nitrat zwei komplett unterschiedliche Werte sind. Meist werden diese beiden aber auch verwechselt. Nitrat wird von den Pflanzen benötigt um zu wachsen. Auch Phosphat werden von den Pflanzen benötigt. Zudem das CO2, welches wir bereits in unsere Ratgeber zu den CO2 Anlagen genauer vorgestellt haben.

 

 

Nimmt man alle diese Faktoren, dass ist der Hauptgrund, warum es überhaupt zu Fadenalgen kommt, ein zu geringes Wachstum der übrigen Wasserpflanzen. Dieses muss man unbedingt fördern. Sei es durch Einbringung von CO2 oder aber auch von Nitrat, wobei dies sich eher schwer gestaltet. Nitrat sollte im Grunde nicht nachweisbar sein, denn dann wäre das Verhältnis zwischen Verbrauch und Bedarf ausgeglichen.

Was kann man also gegen die Fadenalgen machen:

 

  • Wasserwerte genau kontrollieren
  • Mehr schnellwachsenden Pflanzen einsetzen
  • Für Phosphat und Nitrat sorgen
  • CO2 Düngung anstreben
  • Mechanisches entfernen der Fadenalgen
  • Entsprechender Besatz von Fischen und Garnelen
  • Eher weniger Füttern

 

Vor allem die Amano-Garnele soll sich über Fadenalgen freuen. Leider konnten wir bisher eher weniger positive Erfahrung damit machen. Auch verschiedene Wels sollen Fadenalgen auf dem Speiseplan haben. Eine Dunkelkur wird bei den Fadenalgen nicht helfen.

 

Schwebealgen und Staubalge

Kommen wir zu zwei weiteren Vertretern der grünen Algen. Auch hier gibt es einiges was helfen kann. Vor allem bei den Schwebealgen hat sich ein gutes Mittel durchgesetzt. Ein sogenannter UV Klärer hilft hier nach unserer Erfahrung recht schnell. Er sorgt dafür, dass die im Wasser sich befindenden Keime schnell und zuverlässig abgetötet werden und muss meist nur kurz eingesetzt werden. Zudem kann auch die Filterung über Kiesel einiges bewirken. Allgemein hilft es hier eine spezielles Filtermedium anzuwenden. Dieses sollte mit diesen sehr kleinen Sporen umgehen können. Auch gibt es natürlich Fressfeinde für die Bekämpfung der Schmieralgen. Wasserflöhe sind hier ausgezeichnet. Fassen wir nochmals zusammen:

 

  • Einsetzen von Wasserflöhen Benutzung eines UV Klärers
  • Einsetzen einen Kieselalgenfilter
  • Weniger Licht
  • Unter Umständen durchführen einer Dunkelkur

 

Bei den Staubalgen muss man nur etwas Geduld haben. In den meisten Fällen ist ihr Lebenszyklus äußerst gering und sie verschwindet wieder von selber. Meist entstehen die Staubalgen nur in der Einfahrphase, wenn es noch zu keinem Pflanzenwachstum kommt.

 

Pelzalgen, Fusselalgen und Haaralgen bekämpfen

Bei diesen drei Arten hat man nur wenig Möglichkeiten eine vernünftige Bekämpfung zu machen. Meist wirkt hier verschiedene Dinge gleichermaßen. Sei es die Veränderung der Beleuchtungszeit, die mechanische Entfernung in regelmäßigen Abständen, Schaffung von schnellem und ausgewogenem Pflanzenwachstum, eventuell kann auch eine Verdunkelung helfen, viele verschiedenen Algenfresser von Anfang an einsetzen und auch die genaue Beobachtung der Wasserwerte.

 

  • Verringerung der Beleuchtungsdauer
  • Schnellwachsende Pflanzen einsetzen
  • Mechanische Entfernung in regelmäßigen Abständen
  • Algenfressenden Fische und Garnelen einsetzen
  • Dunkelkur
  • Auf gute Wasserwerte achten

 

Punktalgen bekämpfen

Wie bereits beschrieben, ist es nicht einfach diese Art genau zu bestimmen und vor allem von den anderen auseinanderzuhalten. Oft haben diese Punktalgen auch viele Ähnlichkeiten mit anderen Grünalgen. Dennoch kann man die Punktalgen vor allem mechanisch an den Scheiben sehr gut in den Griff bekommen. Dazu sollte man nur, am besten täglich, die Scheiben abkratzen. Meist kann man auch Rückschlüsse bei der Entstehung auf Phosphat ziehen. Entweder befindet sich zu wenig oder zu viel Phosphat im Becken. Misst man den Phosphatwert mit einem Tröpfchentest, dann sollte man bei einer zu großen Menge gleich einen Wasserwechsel anstreben. Zusätzlich kann es aber auch notwendig werden, dass bei einem zu geringen Phosphat man nachdüngen muss. Einen engen Zusammenhang hat dies natürlich auch mit dem Wachstum der Pflanzen.

Auch hat die Natur gute Fressfeinde auf Lager, welche die Punktalgen gerne fressen. Ganz vorne sind hier die Rennschnecke oder auch die Geweihschnecke. Auch andere Schneckenarten raspeln sehr gerne an dieser Art der Algen. Posthornschnecken können in diesem Zusammenhang ebenfalls genannt werden.

Auch kann es sein, dass der Eisenwert zu hoch ist. Oft kann es zu Punktalgen kommen, wenn man zu viel seine Wasserpflanzen düngt. Fassen wir zusammen:

 

  • Weniger Düngung
  • Einstellen des Phosphat Wertes und des Eisenwertes
  • Einsetzen von gewissen Schnecken
  • Schnellwachsende Pflanzen
  • Mechanische Entfernung durch Scheibenkratzer

 

 

Kiesel und Braunalgen bekämpfen

Wie bereits beschrieben, werden die Kieselalgen meist wegen ihres Aussehens Braunalgen genannt, was im Grunde nicht richtig ist. Braunalgen gibt es im Süßwasser nicht, sondern nur im Meerwasser. Wenn man diese bestimmt hat, dann heißt es passende Möglichkeiten zur Bekämpfung zu finden. Ihre schnelle Verbreitung haben sie meist dem erhöhten Gehalt der Kieselsäure zu verdanken. Diese Säure kommt bereits in unserem Leitungswasser vor. Stellen sie diesen Wert bei sich fest, sollten sie ausschließlich Osmose Wasser benutzen und dieses dann entsprechend aufhärten. Natürlich kann sich Kieselsäure auch umwandeln durch entsprechenden Bakterien. Diese werden aber in der Einfahrphase noch nicht vorhanden sein.

Zusammen mit Kieselsäure wird meist auch ein zu hoher Gehalt an Phosphat angenommen. Beides ist für das Wachstum dieser Algen verantwortlich.

 

Alles rund um die Osmose

 

Reduziert man zum Beispiel durch das Osmose Wasser auch den PH Wert, wird dies das Wachstum und die Verbreitung der Kieselalgen maßgeblich verändern.

Auch der Phosphatgehalt sollte maximal 0,30 mg / l betragen, denn sonst werden sich nicht nur Kieselalgen im Wasser verbreiten, sondern auch weitere Arten wie bereits oben bei den Grünalgen beschrieben. Auch zur Reduzierung von Phosphat hilft die Osmoseanlage / Umkehrosmoseanlage.

Im Gegensatz zu anderen Algenarten, macht es bei Kieselalgen meist Sinn die Beleuchtungsstärke zu erhöhen. Sie wachsen besonders gut in einem Wasser, welches eher dunkel ist. Deshalb ist es auch so extrem wichtig die Algenart genau zu bestimmen. Dazu bietet sich auch unser Forum an.

 

Alle Fragen zur genauen Bestimmung in unserem Forum

 

Auch die mechanische Entfernung sollte immer der erste Schritt sein. Die Kieselalgen lassen sich gut abwischen. Fassen wir zusammen:

 

  • Verringerung der Kieselsäure im Wasser
  • Verringerung des Phosphats Wert
  • Mechanische Entfernung
  • Erhöhung der Beleuchtung
  • Verringerung des PH Wert

 

 

Die Gruppe der Rotalgen

Bartalgen bekämpfen

Beginnen wir mit den Bartalgen. Auch diese Art tritt meist bei neu eingerichteten Aquarien auf und verschwindet dann wieder. Aber auch ältere Aquarien haben immer wieder Probleme mit den Rotalgen. Wie man herausfindet, ob es sich um Rotalgen handelt, kann man dem im ersten Teil vorgestellten Test einfach bestimmen. Stichwort in Säure einlegen. Hat man bei sich Bartalgen festgestellt und bestimmt, dann scheint diese Art meist auch von einem Ungleichgewicht in Sachen Nährstoffe einher zu gehen. Maßnahmen dazu gibt es jede Menge. Sei es einfach abwarten, was immer wieder berichtet wird. Bartalgen sollen sich selber wieder in Luft auflösen, wobei wir hier leider andere Erfahrungen gemacht haben. Auch mit der Filterung kann es zu tun haben. Vor allem wenn man eine zu hohe Wasserbewegung und Strömung erzielt. Immer wieder stellt man auch an Filterauslässen diese Art der Algen fest. Hier heißt es dann den Filter entsprechend zu verändern.

Beseitigung des Nährstoffüberschusses, sofern dieser vorhanden ist. Dazu kann ein größerer Wasser Wechsel dienen. In diesem Zug muss man auch wieder auf schnell wachsende Pflanzen zu sprechen kommen, denn diese verbrauchen viele Nährstoffe und entziehen diese damit meist auch den Algen.

Laut verschiedener Meinung, kommt es bei Bartalgen auch zu einem Mangel an CO2 im Becken. Deshalb sollte man auch versuchen den Co2 Gehalt zu erhöhen.

Auch die Torffilterung kann bewirken, dass sich die Bartalgen zurückziehen. Angeblich soll die Huminsäure dies bewirken. Hier sind wir aber sehr skeptisch, denn die Filterung über Torf hat noch viele weitere Nebenwirkungen und beeinflusst die Wasserwerte erheblich.

Anschließend kann natürlich auch die mechanische Beseitigung einen großen Erfolg verschaffen. Zwar ist die nicht einfach, aber wenn man es konsequent macht, sieht das Aquarium bald wieder wesentlich besser aus. Jetzt noch mal alles in der Kurzfassung:

 

  • Filterauslass verändern
  • Abwarten bis sie sich von selber wieder zurückziehen
  • Wasserwechsel zum Nährstoffabbau
  • Schnellwachsende Pflanzen
  • CO2 Gehalt erhöhen
  • Torffilterung
  • Mechanische Beseitigung

 

Pinselalgen bekämpfen

Kommen wir nun zur letzten Art den Pinselalgen, welche ebenfalls zur Gruppe der Rotalgen gehört. Die mechanische Entfernung ist auch hier möglich, indem man einfach die betroffenen Blätter entfernt. Auch die Einrichtungsgegenstände kann man intensiv reinigen. Meist hat auch die Pinselalge wie auch die Bartalgen etwas mit der Strömung zu tun. Deshalb sollte man hier die Strömung im Aquarium verringern. Zudem heißt es auch für ausreichend CO2 zu sorgen. Meist geht ein geringer CO2 Gehalt mit einer zu großen Wasserbewegung einher. Vor allem natürliche Fressfeinde wie die siamesische Rüsselbarbe erfreut sich an den Pinselalgen. Auch Garnelen können diese Pinselalgen fressen. Zudem gibt es auch einige Schneckenarten wie die Posthornschnecke oder aber auch die Apfelschnecken fressen gerne diese Algen.

 

Zudem heißt es natürlich auch hier für ein ausgewogenes Gleichgewicht zu sorgen. Dazu dient es nicht nur die Werte wie Phosphat und Nitrat zu kontrollieren, sondern auch in Sachen Wasseraufbereitung und füttern genau zu wissen was man tut.

 

Alles rund um die optimale Wasseraufbereitung des Aquarium Wasser

 

Fassen wir kurz zusammen:

 

  • Algenfresser einsetzen
  • Schnecken einsetzen
  • Filterleistung verändern oder verändern
  • CO2 Gehalt erhöhen Mechanische Entfernung

 

Algenbekämpfung mit chemischen Mitteln

Bei keiner der oben beschriebenen Algen sind wir auf chemische Zusätze und Mittel eingegangen. Dies hat auch einen bestimmten Grund, denn man sollte zuerst versuchen auf natürliche Art und Weise Herr über die Algen zu werden. Schafft man dies nicht, kann der letzte Ausweg, dann der Griff zu der Chemie sein. Aber nur dann, wenn es auch sein muss.

Wir haben uns dazu auch die Zeit genommen um die Bestseller und Topseller der Algenmittel zusammenzufassen. Diese findet ihr unter folgendem Link.