Wasserwechsel: Wann, wieviel und weshalb das Wasser im Aquarium wechseln

Wasserwechsel Aquarium Ratgeber: Wie bereits im Artikel zu der Kostenberechnung im Aquarium beschrieben, wollen wir hier nun auf den Wasserwechsel eingehen. Viele Fragen werden hier immer wieder gestellt. Sei die Frage wie oft man einen Wasserwechsel denn machen soll, oder aber auch die Frage nach der Menge in Liter des Wasserwechsel. Wie viel Wasser muss denn gewechselt werden? Also wie oft muss man Wechsel und wie viel Wasser muss man wechseln. Wir wollen aber weiter vorne beginnen, denn zuerst sollte man die Frage klären, warum man denn überhaupt das Wasser im Aquarium wechseln sollte. Schließlich hat man ja den richtigen Filter und auch die richtige Beleuchtung verbaut und auch die Wasserwerte scheinen noch vollkommen in Ordnung zu sein. Was sind die Gründe für einen Wasserwechsel und macht das Ganze denn einen Sinn?

 

Wasserwechsel im Aquarium durchführen

 

Warum muss ich das Wasser in meinem Aquarium regelmäßig Wechseln?

 

Schauen wir zuerst auf die Natur. Hier findet ein automatischer Wasserwechsel durch den Regen oder bei fließenden Gewässer durch den Zufluss der Quellen statt. Wasser wird also ständig erneuert bzw. zugeführt. Diesen Prozess gibt es im Aquarium nicht.

Hat man dieses Grundprinzip verstanden, dann ist es auch recht einfach konsequent den Wasserwechsel umzusetzen. Schnell kann es sonst passieren, dass man nachlässig wird und seine eigens gesetzten Fristen nicht mehr einhält.

 

 

Trotz guter Filter und genügend Bakterien im Aquarium, wird man es nicht schaffen alle Schadstoffe zu beseitigen. Das Wasser und damit der Lebensraum eines Aquariums, ist immer mehr verschmutzt und belastet, ja länger man sich nicht um den Wasserwechsel kümmert. Neben Nitrat und Nitrit, findet man auch noch weitere nicht immer wünschenswerte Stoffe. Sei es Eisen, Phosphat, Ammoniak, Magnesium, Kupfer, Zink, Nickel, Cadmium oder noch viele weitere. Auch CO oder Co2 können in nicht wünschenswerte Bereich gelangen. Diese Stoffe müssen aus dem Aquarium wieder raus. Andere müssen aber auch wieder rein. So benötigen zum Beispiel Pflanzen für ihre Wachstum nicht nur Co2, sondern auch Stoffe wie Eisen, Phosphat aber auch Ni und Cu. Mineralstoffe kurz gesagt. Nachweisen lassen sich diese nur schwer. Hier helfen die Tröpfchentests aus dem Handel wenig.

NO2, NO3, KH, GH, NH4, PH usw. Wir wollen hier nicht auf alle Werte eingehen und verweisen hier an unseren Artikel zur Aquarienchemie. Es gibt auf jeden Fall jede Menge an Stoffen im Aquariumwasser.

Viele dieser Stoffe werden von den Bakterien abgebaut. Es gibt aber auch welche die nicht abgebaut werden. So werden Fette oder Proteine von keine Bakterien im Becken abgebaut. Hier heißt es also nachhelfen. Darum ist es so wichtig den Wasserwechsel konsequent durchzuführen.

 

Grunde und Sinn des Wasserwechsel

 

  • Mulm entfernen / Kod entfernen
  • Starke Vermutzung und Trübung des Wassers entfernen
  • Pflanzenreste entfernen
  • Wasserqualität beeinflussen / Härte senken
  • Spezifische Bedingungen für Fische oder Garnelen herstellen
  • Medikamente entfernen
  • Algen Probleme beseitigen
  • Organische Belastungen entfernen
  • Fette und Proteine abbauen
  • Keimbelastung vor allem bei der Zucht abbauen
  • Nährstoffe zugeben
  • Verdunstungswasser ausgleichen

 

Warum eigentlich Verdunstungswasser nachfüllen?

Sicherlich frägt sich der eine oder andere ob es nicht reicht nur das Verdunstungswasser im Aquarium nachzufüllen. Im Grunde kommt somit ja auch neues Wasser in das Becken. Dennoch heißt es hier aufzupassen. Das Wasser welches durch Sonne und Wärme verdunstet ist nur Wasser und lässt sämtliche belastende Stoffe zurück. Nitrat oder Nitrit und auch andere Stoffe entweichen durch das Verdunstungswasser nicht. Somit nimmt im Restwasser automatisch die Konzentration dieser Stoffe zu.

 

 

Altwasserbecken oder Wasserwechsel

Nicht alle Aquarien benötigen einen Wasserwechsel. Erfahrene Aquarianer setzen zum Teil auch auf ein Altwasserbecken. Hier benötigt es aber einiges an Erfahrung und man sollte genau wissen was man tut. Deshalb muss man Anfänger gleich abraten dies zu tun. Hier ist der Wasserwechsel eine bessere Alternative.

Dennoch gibt es rund um den Wasserwechsel viele unterschiedliche Meinungen und nichts wird in Foren und Co häufiger diskutiert wie man mit dem Wasserwechsel umgeht. Von 50% in der Woche bis hin zu quasi gar keinen Wasserwechsel ist hier alles vertreten. Einen optimalen Weg scheint es nicht zu geben. Wir stellen weiter unten einen Empfehlung zusammen, welche vor allem bei Anfänger und beim Gesellschaftsbecken im Süßwasser gute Dienste geleistet hat.

 

Welches Aquarium hat man – Der Typ des Aquarium kann entscheiden

Nicht jedes Aquarium benötigt unbedingt und in gleichen Zyklen einen Wasserwechsel. Hier kommt es auf den Besatz, die Verwendung, die Größe und auch die Beschaffenheit an. Zuchtanlagen welche vor allem durch Keime schnell Probleme bekommen, müssen öfters gewechselt werden wie das normale Gesellschaftsaquarium mit geringem Besatz.

 

Keimbelastungen bei der Zucht

Wer Fische oder Garnelen züchten möchte der sollte genau auf seine Wasserwerte achten. Hier sind Belastungen und Schadstoffe sehr gefährlich. Schnell können die jungen Fische sterben. Auch kann es sein, dass es zu gar keiner Fortpflanzung kommen, sofern die Wasserwerte und Haltungsbedingungen nicht stimmen. Deshalb ist hier ein Wasserwechsel äußerst wichtig. Die Keimbelastungen müssen aus dem Wasser. Schnell gibt es sonst Krankheiten, welche durch Keime hervorgerufen werden.

Zuchtanlagen werden meist wöchentlich einen Wasserwechsel unterzogen.

Bei einem Gesellschaftsaquarium, welches gut eingefahren und nicht überbesetzt ist, kann man den Zyklus des Wasserwechsel gerne verlänger. Hier sind die Anforderungen und Gefahren geringer.

 

Auf die Art und Haltungsbedingungen der Fische kommt es an

Jede Art und Rasse von Fischen, Garnelen oder Krebsen benötigt ander Wasserwerte. Deshalb sollte man sich auch nach den Anforderungen von den Tieren richten. Wirbellose und auch empfindliche Rassen von Fischen benötigen zum Teil andere Zyklen eines Wasserwechsel. Hier sollte man sich genau Informieren, welche Anforderungen die Rasse an das Wasser im Aquarium stellen.

 

Alle Fragen in unserem Forum

 

Wie oft sollte ich einen Wasserwechsel im Aquarium durchführen?

Kommen wir nun zur entscheidenden Frage, wie oft man einen Wasserwechsel denn machen sollte. Wer den bisherigen Text aufmerksam durchgelesen hat der wird sich diese Frage selber beantworten können. Im Grunde gibt es hier nicht eine bestimmte und auch richtige Aussage, sondern es muss immer individuell entschieden werden und hängt zudem von vielen Faktoren ab. Diese haben wir ja bereits weiter oben erläutert.

Dennoch möchten wir hier vor allem für den Anfänger eine Grundregel ans Herz legen, wann auf jeden Fall das Wasser gewechselt werden soll, unabhängig von den Tauschzyklen.

 

Merke: Verändern sich die Wasserwerte, dann wird es höchste Zeit für einen Wasserwechsel

 

Folgende Zyklen haben sich bewährt

 

  • Im Gesellschaftsbecken 14 Tage einen Wasserwechsel durchführen
  • Im Artenbecken reicht ebenso meist ein 14 tägiger Wechsel des Wassers
  • In kleine Becken und Nano Aquarien, wie den Garnelen Becken empfehlen wir alle 7 Tagen das Wasser zu wechseln

 

Wie viel Liter sollte gewechselt werden? Welche Menge von Wasser sollte gewechselt werden?

Die zweite Frage, welche nach der Häufigkeit auftritt ist die Menge des Wasserwechsels. Auch hier gibt es viele Meinungen und keine scheint richtig oder auch falsch zu sein. Es kommt immer darauf an ! Sei es nur 10 Prozent des Wassers jede Woche wechseln oder sogar 50% und mehr in der Woche.

 

Dennoch wollen wir auch hier mal einige Richtwerte ans Herz legen:

 

  • Gesellschaftsbecken alle 14 Tage bis zu 50 % des Wassers wechseln
  • Zuchtanlagen alle 7 Tagen 50 % oder mehr des Wasser wechseln – oft kommen hier ständige / permanente Wasserwechsel vor
  • Staffelungen sind auch möglich. Jede Woche 20 Prozent, alle 14 Tage 40 Prozent und alle drei Wochen 50 % kann zum Beispiel eine Möglichkeit sein

 

Wie man sieht es es sehr individuell und eine allgemein gültige Regel kann man nicht aussprechen. Hier sollte jeder für sich einen gängigen Weg finden. Oft muss man dies auch mit seinem Terminplan vereinbaren können.

 

Anleitung für einen Wasserwechsel – Das sind die Tipps und Tricks um schnell und einfach einen Wasserwechsel zu machen

Kommen wir jetzt noch zur Schritt für Schritt Anleitung wie man einen Wasserwechsel einfach und ohne Gefahren für die Tiere durchführt. Im Grunde wird dieser in zwei grundsätzliche Schritte unterteilt. Dem entnehmen des Wassers und dem wieder zuführen des Wassers. Dabei kommt es natürlich darauf an ob sie ein 30 Liter Becken oder ein 500 Liter Aquarium haben.

 

Wasser entnehmen

 

  1. Bereiten sie alles vor: Eimer, Schlauch, trockene Tücher und alle benötigten Dinge vorbereiten. Hier ist es auch entscheidend ob sie das entnommenen Wasser direkt in einen Ausguss / Abfluss leiten können, oder ob sie dies mit Eimern abtransportieren. Hängt stark von den zu entnehmenden Litern ab.
  2. Elektrische Geräte abschalten: Gefahr eines Defekts durch den sinkenden Wasserspiegel kann bestehen.
  3. Wasser mit Hilfe eines Schlauches ansaugen: Den Schlauch kann man zuerst auch mit Wasser füllen, dann entfällt das ansaugen. Der Eimer oder Abfluss muss nur unterhalb platziert werden, dann läuft das Wasser automatisch ab. Wichtig ist, dass der Schlauch im Durchmesser nicht zu klein ist.
  4. Wasser mit Hilfe einer Pumpe absaugen: Im Handel gibt es eigens für den Wasserwechsel Sets, welche einem dabei helfen.
  5. Achtung: Saugen sie keine Fische, Garnelen und Co ein: Hier hilft ein Netz vor dem saugenden Schlauch.
  6. Entnehmen sie soviel Wasser wie gewünscht.

 

Wasser wieder auffüllen

 

  1. Aufbereitung des Wassers: Sofern nicht direkt aus der Wasserleitung das Wasser entnommen wird, sollte man dies entsprechend aufbereiten. Viele vor allem Züchter bereiten das Wasser mit Hilfe einer Osmoseanlage / Umkehrosmose auf, um es entsprechend den gewünschten Wasserwerten (GH, Leitwert und PH Wert) vorzubereiten.
  2. Achten sie auf die Temperatur des Wassers: Hier sollte man schauen, dass eine Veränderung der Wassertemperatur nicht zu groß wird. 2 Grad sind sicherlich kein Problem und von allen Arten gut zu verkraften. Bei größeren Schwankungen wird es kritisch
  3. Prüfen sie ihr Leitungswasser auf Bestandteile wie Chlor und Kupfer: Auch dieser Schritt ist enorm wichtig und sollte zumindest bei dem ersten Wasserwechsel genau geprüft werden.Chlor
    Ist Chlor vorhanden kann man entweder dieses durch hohen Druck in ein Gefäß ausschließen oder aber auch durch die Filterung mit Aktivkohle aus dem Wasser bekommen.Kupfer
    Kupfer ist vor allem bei Wirbellosen, also Garnelen ein großes Problem und kommt sehr oft vor. Kupferleitungen sind in vielen Häusern noch verbaut. Deshalb auch hier zuvor lange Wasser laufen lassen, um das Kupfer auszuspülen. Warmwasser aus der Leitung vermeiden, da dies den Kupfer noch mehr löst.
  4. Auffüllen mit Hilfe eines Schlauches direkt aus der Wasserleitung: Hier heißt es nicht nur das Wasser genau prüfen und die Temperatur anpassen, sondern auch noch bei der Einbringung ins Becken folgendes beachten. Zu schnelle einbringen lässt die gelösten Gase (Gasbläschen) aufkommen. Sicherlich hat jeder diese Bläschen schon mal gesehen. Fische können hier die Gasblasenkrankheit oder auch die Frischwasser Allergie bekommen. Deshalb das Wasser langsam und behutsam einbringen. Ein spezielles Einbringrohr in einer L-Form ist hier ein guter Helfer.
  5. Auffüllen über einen Eimer oder einer Gießkanne: Auch spezielle Sets im Fachhandel werden für den Wasserwechsel angeboten. Achtung auch hier bei der Gas Einbringung. Hier empfehlen wir einen L-Förmiges Einbringrohr um dies zu vermeiden.
  6. Auffüllen aus vorbereitetem Wasser mit einer Pumpe
  7. Wasseraufbereitungsmittel einbringen: Bei jedem Wasserwechsel sollte man Wasseraufbereiter wie im Fachhandel erhältlich zuführen. Diese Mittel binden die Metalle im Wasser. Hier kommt es natürlich stark auf das verwendete Wasser an. Einige können auf diese Zusätze auch verzichten.
  8. Nach dem Wasserwechsel Pflanzendünger zufügen
  9. Wasserwerte prüfen

 

Sollten sie diese Dinge beachten, dann klappt auch zukünftig der Wasserwechsel bei eurem Aquarium.

 

Wasserwechsel Set aus dem Fachhandel oder selber bauen

Wer auch für die Zukunft den Wasserwechsel so einfach wie möglich gestalten möchte, sollte dabei auf einige Hilfsmittel zurückgreifen, vor allem dann, wenn er größere Becken im Einsatz hat. Hier empfiehlt sich entweder ein Set aus dem Fachhandel zu kaufen, oder aber sich selber eine Vorrichtung und Einrichtung selber zu bauen. Kein Ansaugen ist hier mehr notwendig und auch ein Schutz für Garnelen und kleinere Fische, was ein eventuelles Einsaugen angeht ist, ist gleich implementiert. Und natürlich fällt auch das Wasser schleppen Geschichte. Hier lässt sich sogar einstellen wie viel Wasser im Becken entnommen werden soll.

Auch das Einfüllen ist recht einfach, entweder direkt aus dem Wasserhahn oder aber auch aus einem Behälter, wo man sein Wasser entsprechend der gewünschten Werte wie Leitwert, PH, GH oder KH vorbereitet hat. Hier empfehlen sich Umkehrosmose / Osmoseanlagen. Dazu werden nur reicht kleine und einfache Pumpen benötigt.

Bauanleitung für einen einfachen Wasserwechsel

Dabei haben wir euch ein schönes Anleitungsvideo eingefügt.

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