Leitwert im Aquarium: Messen der Leitfähigkeit (LF)

Leitwert im Aquarium: Was bringt die Messung des Leitwerts im Aquarium? Was sagt der Leitwert denn überhaupt aus? Was für einen Leitwert brauchen Zierfische überhaupt? Diese Frage tauchen immer wieder im Zusammenhang mit dem Leitwert auf. Aber was steckt denn überhaupt dahinter und wie ist die Bedeutung des Leitwertes und der Leitfähigkeit in der Aquaristik. Meist hört man nur vom Leitwert. Im Grunde geht es aber um die Leitfähigkeit und in unserem Fall die vom Wasser. Bevor wir auf die Messung und Bedeutung im Aquarium eingehen, müssen wir uns zuerst einige Grundlagen erarbeiten. Natürlich könnte man hier einen hoch wissenschaftlichen und chemischen Vortrag halten, dies soll hier aber nicht der Sinn des Artikels sein, sondern viel mehr wollen wir nur Grundlagen für den Anfänger vermitteln. Zudem sind wir keine Chemiker.

Leitfährigkeit messen
Beispiel eines Leitwertmessgerätes zur Messung des Leitwert im Aquarium

Was ist der Leitwert bzw. die Leitfähigkeit?

Gegenstände leiten den elektrischen Strom unterschiedlich. So ist zum Beispiel Kupfer ein sehr guter Leiter, und Stoff ein eher schlechter Leiter. Damit wird die Übertragung des Stromes durch einen Stoff bezeichnet. Auch das Wasser hat eine entsprechende Leitfähigkeit. Da Wasser durch Ionen geladen ist, kann man auch hier die Leitfähigkeit bestimmen. Diese ist aber nicht immer gleich, denn letztendlich spielt der Salzgehalt des Wassers hier eine Rolle. Nur die Ionen der Salze im Wasser lassen den Strom leiten. Unterschiedliche Salze besitzen auch unterschiedliche Ionen, was sich wiederum auf die Leitfähigkeit auswirkt.

Aber nicht nur Salze beeinflussen die Leitfähigkeit im Wasser. Mehr dazu weiter unten.

Was die Abgrenzung der Werte anbelangt sollte man auch noch wissen, dass man unter dem Leitwert im Grunde den elektrischen Widerstand und dessen Kehrwert meint. Bei der Leitfähigkeit geht es um den Kehrwert des spezifischen Widerstandes des Bauteils. Beide Werte kommen aus dem Bereich der Elektronik, was man auch recht gut an der Einheit ablesen kann.

Gemessen wird das Ganze in der Einheit Mikrosiemens in µS/cm. Wie der Namen bereits saget wurde die Einheit nach Werner von Siemens benannt. Er ist ja bekanntlich der Gründer der Siemens AG.

Im Meerwasser übrigens wird auch ein Leitwert gemessen. Dort geht man allerdings in eine andere Einheit, denn dort wird Millisiemens pro cm genannt. Hier gibt es natürlich wesentlich mehr gelöste Salze im Wasser.

Welche Stoffe und Verbindungen beeinflussen denn den Leitwert im Wasser?

Nicht nur Salze sind für die Leitfähigkeit verantwortlich, sondern noch andere Stoffe welche im Wasser gelöst sein können. Dazu gehören zum Beispiel der Kalium Gehalt, Nitrat und auch Nitrit im Wasser, Calzium, Magnesium, Natrium oder auch Chlor.

 

Wie kann man denn die Leitfähigkeit und den Leitwert messen und bestimmen ?

Meist kann man dieses mit einem kleinen Handgerät messen. Siehe dazu auch die Bilder. Diese Geräte besitzen unten zwei Elektroden welche ins Wasser gesteckt werden. Der Abstand und auch die Größe ist dabei genau festgelegt. An den Elektroden wird dann Wechselstrom angelegt. Nun kann man einen Widerstand zwischen den zwei Elektroden messen. Dieser gibt dann die Leitfähigkeit an. Im Grunde ein recht einfaches Prinzip.

Moderne Aquarium Computer messen den Leitwert permanent und gaben diese auch in einer Auswertung wieder aus. Daher lassen sich so auch Alarme generieren, sofern dieser einen gewissen Bereich verlässt.

Leitfährigkeit
Die Elektroden an einem Leitwertmessgerät

Leitwert und die Härte des Wassers?

Immer wieder wird der Leitwert auch im Zusammenhang mit der Härte des Wassers genannt (GH). Auch eine Berechnung ist aus der Härte möglich. Nimmt man jede Härte Grad deutscher Härte und multipliziert dies mit 33 dann erhalt man den ungefähren Leitwert. Im Grunde dient dies als guter Anhaltswert. Dennoch wird man Wasser finden welches einen Leitwert von 300 aufweist aber nur eine Härte von 5 hat. Deshalb darf man dies nicht als alleinigen Faktor betrachten. Viele weitere Faktoren im Wasser wie das Nitrit, Nitrat, Phosphat, Co2, PH Wert oder aber auch die Karbonathärte spielen eine Rolle.

 

Merke: Härte Grad mal 33 gibt den ungefähren Leitwert in µS/cm

 

Welchen Leitwert und welche Leitfähigkeit benötigen denn Zierfische?

Dies lässt sich nicht einfach beantworten denn neben der Leitfähigkeit und dem Leitwert spielen noch weitere Faktoren eine Rolle. Im Grunde müssen zuerst die anderen Bedingungen stimmen und dann kann man sich den Leitwert genauer anschauen. Dennoch gibt es Aquarianer, welche auf den Leitwert schwören und diesen auch allen alleinigen Messwert hernehmen. Dies sollte man auf keinen Fall tun.

Es gibt auch Tabellen zu finden, welche einen ungefähren Leitwert der Zierfische angeben. Dazu muss aber erwähnt werden, dass die Tiere auch außerhalb dieser Bereiche gehalten werden können. Dennoch scheinen sich die Tiere in einem optimalen Leitwert (Sofern es diesen überhaupt gibt) besser zu fühlen, farbenprächtiger zu sein und zudem auch weniger mit Krankheiten befallen sein.

Wir wollen mal einige Beispiele nehmen welche wir aus einer Tabelle von Fluval haben. Diese findet ihr hier: http://www.fluval-g.com/pdf/German_Fish_Conductivity_Chart.pdf

 

Diskus, Blauer Neon, Zwergbärblinge, Skalar, Rotkopfsalmler, Ziersalmler oder auch Fünfgürtelbarbe und Schokoladengurami sollen bei 20 – 50 S/cm gehalten werden.

 

Roter Neon, Prachtschmerlen, Panzerwelse, Fadenfische, Keilfleckbärblinge, Rotkopfsalmler, Sumatrabarbe sollen bei 50 – 100 µS/cm gehalten werden.

 

Paradiesfisch, Trauermantelsalmler, Zwergbuntbarsch, Panzerwelse je nach Art wie Metallpanzerwels, Saugschmerlen, Skalare, Prachtbarben, Zebrabärbling und Glaswels sollten bei 100 – 200 µS/cm gehalten werden.

 

Platy, Molly, Schwertträger, Regenbogenfische, Zebrabuntbarsch, Glasbarsch und Kardinalfisch sollten bei 200 – 500 µS/cm gehalten werden

 

Goldfisch, Segelkärpfling, Karpfen, Argusfisch, Katzenwels und grüner Kugelfisch sollte bei > 500 S/cm gehalten werden.

Dies sind nur mal einige Beispiele, wie sich der Leitwert auf den jeweiligen Zierfisch auswirken kann. Wie man sieht sind die Anforderungen hier sehr unterschiedlich.

 

Wann macht eine Messung des Leitwert Sinn?

Natürlich fragt man sich nun was denn überhaupt der Sinn und Nutzen der Kontrolle des Leitwertes ist. Hierzu gibt es verschiedenen Ansätze.

Möchte man zum Beispiel das Ausgangswasser verschneiden, da man die Härte senken möchte, wird hierzu meist eine Osmoseanlage eingesetzt. Diese Anlagen schaffen Wasser durch einen bestimmten Prozess (Die Funktion einer Osmoseanlage haben wir hier bereits beschrieben), welches einen sehr geringen Leitwert hat, da auch die Härte sehr gering ist. Dieses was wird dann meist wieder “aufgesalzen”. Hier empfiehlt es sich dann mit einem Leitwertmessgerät den Wert entsprechend einzustellen.

Ein zweiter wichtiger Punkt, warum viele Aquarianer den Leitwert messen ist um Veränderungen im Aquarium oder besser gesagt im Aquariumwasser mitbekommen. Ändert sich der Leitwert relativ schnell und auch in einem größeren Ausmaß, dann scheint irgendetwas nicht mehr zu passen. Natürlich muss man dann die einzelnen Wertes messen um die genaue Ursache zu bestimmen.

Und noch ein Punkt wird immer wieder in Verbindung mit dem Leitwert diskutiert. Auch hier scheiden sich die Geister und die Aquarianer teilen sich in zwei Lager. Es geht um die Bestimmung des richtigen Zeitpunkts, wann ein Wasserwechsel von Nöten ist.

 

Fassen wir also zusammen, wo die Messung des Leitwertes Sinn machen kann (Nicht muss):

 

  • Anpassen von Osmosewasser
  • Permanente Kontrolle des Wassers
  • Bestimmung des Zeitpunktes für den Wasserwechsel

 

Wie kann ich denn den Leitwert senken?

Natürlich kann es vorkommen, dass man in seinem Aquarium einen zu hohen Leitwert hat. Vor allem dann, wenn man wie bereits oben beschrieben spezielle Fische halten möchte. Dazu können unter anderem Diskus oder aber auch Altum Skalare gehören. Ist dies der Fall dann sollte man den Leitwert senken. Aber wie macht man das.

Im Grunde geht es darum den KH und GH Wert zu senken, was sich dann ja auch auf die Leitfähigkeit auswirkt.

Die wohl beste und am weitesten verbreitete Methode ist die Nutzung einer Osmoseanlage (Was das ist und wie die funktioniert gibt es hier). Dann bekommt man schnell ein Wasser mit einer sehr geringen Leitfähigkeit. Meist nur um den Wert von rund 20 – 40 µS/cm. Mit diesem Wasser kann man dann sein Ausgangswasser verschneiden / mischen. Meist wird dies im Zuge des Wasserwechsels gemacht.

 

Wie kann ich denn den Leitwert erhöhen?

Auch das Gegenteil kann der Fall sein, dass man den Leitwert erhöhen muss. Beides kommt meist im selben Vorgang vor. Das hört sich jetzt vielleicht etwas verwirrend an, aber das nachfolgenden Beispiel sollte hier Klarheit schaffen.

 

Machen wir ein Beispiel: Der Leitwert ist zu hoch und man senkt diesen durch die Nutzung von Osmosewasser. Dann bekommt man einen sehr geringen Leitwert, welcher wiederum zu gering sein kann. Deshalb muss man diesen wieder entsprechend “aufsalzen” bevor man das Wasser ins Aquarium gibt. Spezielle Präparate helfen einem dabei um den Leitwert genau einzustellen.

 

Die Messung des Leitwertes geht schnell und ist einfach

Vor allem da man recht schnell den Leitwert messen kann und dieser wich bei der Zugabe von Salzen auch schnell verändert, ist die Messung vor allem beim Aufhärten von Osmosewasser sehr verbreitet. Man kann somit den optimalen Wert für seine Zierfische und Garnelen herstellen. Wir haben euch abschließend noch einige Geräte zur Leitwertmessung angefügt.

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